Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Zehn Jahre Hebräische Universität
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 202 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379931-2404134--19925-2404327- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
fr* 6. Volkshochschulkurse der Universität und Fortbildungskurse für auswärtige Akademiker. 7. Recht und öffentliche Verwaltung. 8. Ausbau des Universitätsverlages. 9. Eine jüdische Akademie, mit der Universität als Zentrum. Prüfungsordnung. 1. Grad: M. A. (Magister Artium, Musmach Lemadae Haruach s. o.): verlangt 4 Jahre Universitätsstudium, Prüfung in 3 Fächern: einem Hauptfach mit dreijährigem Studium; 2 Nebenfächern mit je zweijährigem Studium. Im Hauptfach ist eine »Abschlußarbeit« zu leisten, die keine neuen wissenschaftlichen Ergebnisse bringen muß, sondern die methodische Schulung des Kandidaten zeigen soll. Die Zusammenstellung der Fächer ist weitgehend frei, doch unter folgenden Einschränkungen: Es ist unmöglich, alle drei Fächer aus demselben Hauptgebiete (also aus der Judaistik oder der Orientalistik) zu nehmen; hingegen muß der Kandidat mit einem judaistischen Hauptfach in einem weiteren judaistischen oder orientalistischen Nebenfach geprüft werden. Mögliche Zusammenstellungen sind z. B.: Hebräisch, Arabisch, Botanik oder Philosophie, Botanik, Geologie. Zu Ende dieses Jahres werden auch die ersten Biologiestudenten die Möglichkeit eines Abschlußexamens haben. 2. Grad: Doktor, nur offen für Absolventen der Hebräischen oder einer anerkannten ausländischen Universität. Nach mindestens zweijährigem Studium als »Forschungsstudent« ist eine Dissertation zu schreiben, die selbständige und neue Forschungsergebnisse erbringen muß. Die Aufnahme deutscher Gelehrter» Seit der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland, in der der größte Teil der jüdischen Gelehrten und Universitätsprofessoren seine Arbeitsstellen verlor, hat die Hebräische Universität Jerusalem 15 jüdische Professoren und Wissenschaftler aus Deutschland aufgenommen. Bei der Berufung dieser Professoren wurde eine Reihe neuer Lehrstühle an der Universität geschaffen, z. B. einer für moderne Geschichte, der mit Prof. Richard Köbner von der Universität Breslau besetzt wurde, einer für lateinische Sprache und Literatur mit Dr. Hans Levy aus Berlin, einer für Ägyptologie mit Dr. Polotzky aus Berlin, für jüdische Philosophie mit Prof. Julius Guttmann aus Berlin, der Bialik-Lehrstuhl für hebräische Philologie mit Prof. Torczyner, ein zweiter Lehrstuhl für reine Mathematik mit Prof. Fränkel von der Universität Kiel, ein Lehrstuhl für theoretische Physik mit Prof. G. Placzek, für physikalische Chemie mit Dr. L. Farkas aus Berlin, für experimentelle Psychologie mit Prof. Kurt Levin aus Berlin, der gegenwärtig an der Carnel-Universität in Amerika tätig ist und in Kürze seine Tätigkeit in Jerusalem aufnehmen wird. Das zu errichtende medizinische Zentrum soll als Institut für medizinische und hygienische Fortbildung dienen und sich mit der Erfor-