Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Zehn Jahre Hebräische Universität
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 201 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Ein anonymer Spender hat die Einrichtung von Laboratorien für Krebsforschung ermöglicht. Die entsprechenden Pläne sind bereits ausgearbeitet worden und zwei Laboratorien werden im Frühjahr 1935 mit ihrer Tätigkeit beginnen: das eine, für Zellularphys i o 1 o g i e, wird von Dr. Doljansi, das andere, für Radiobiologie von Professor Ludwig Halberstädter geleitet werden. Die zionistische Frauenorganisation in Amerika »Hadassa« und das jüdisch-amerikanische Ärztekomitee haben Vorbereitungen getroffen, um ein Universitätskrankenhaus zu errichten. Die Mandatsregierung hat eine — in ihrer Höhe noch nicht genau festgesetzte — Beteiligung an dem Baufonds zugesagt. Das Krankenhaus soll den Namen Rothschilds tragen und in der Nachbarschaft der Universität errichtet werden. Die Bibliothek enthält zirka 300.000 Bände. Sie steht in bezug auf die jüdische Literatur in ihrer weitesten Bedeutung, die alte und die moderne, heute schon in einer Reihe mit allergrößten Bibliotheken der Welt. Sie ist ein Zentrum der bibliographischen Forschung auf dem Gebiete des jüdischen Schrifttums geworden, wovon die bisher erschienenen 11 Bände der von der Bibliothek herausgegebenen Zeitschrift »Kirjath Sepher« Zeugnis ablegen. Von besonderer Bedeutung für Palästina ist die medizinische Abteilung der Bibliothek, die sich der speziellen Hilfe des Jewish Physicians Committee in Amerika erfreut und heute mit ihren 30.000 Bänden eine der reichsten Abteilungen der Bibliothek ist. Sie hat Zweigstellen in den Krankenhäusern und den Health Centers von Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa und versorgt auch sonst Krankenhäuser und einzelne Ärzte im ganzen Lande mit den von ihnen gewünschten Zeitschriften und Büchern. Heute ist die Bibliothek der Hebräischen Universität aus dem wissenschaftlichen und kulturellen Leben des Landes nicht mehr wegzudenken und doch war sie vor wenigen Jahren nur ein Traum. Die rapide Entwicklung der Bibliothek ist nur ein Zeichen für die steigende Popularität der Universität. Als während der letzten zwei Jahre so viele jüdische Familien Deutschland verlassen mußten, boten sie der Universität ihre Bibliotheken an. Im Laufe des Jahres 1934 allein wurden zirka 15.000 Bände aus Deutschland nach Palästina geschickt und die Zahl der Bände, welche der Universität während dieser Zeit angeboten wurden, war bedeutend größer. Infolge der unerwartet reichen Büchereingänge steht die Bibliothek vor der Notwendigkeit eines Zubaues zu ihren Büchermagazinen, damit das David Wolffsohn-House imstande sei, die immer größer werdende Zahl der Bücher, welche die Freunde der Universität hieher spenden, aufzunehmen. Nach einem von Rektor Dr. Magnes stammenden Plan soll der Ausbau der Universität von 1935 bis 1940 folgendes umfassen: 1*. Pädagogisches Institut. 2. Sozialwissenschaftliches Institut. 3. Medizinisches Zentrum, zusammen mit der Hadassa. 4. Agrarwissenschaftliches Institut, zusammen mit der landwirtschaftlichen Versuchsstation. 5. Ingenieurschule, zusammen mit dem Technikum.