Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Die Urbarmachung des Huleh-Gebietes
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 188 (sequence 3)
- Language
- German
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Epoche nach dem Weltkriege wurde sie von dem jetzigen Sekretär der Histadruth Haowdim, L Remez, neuerlich erhoben1. Sie hat aber nunmehr nicht bloß durch den praktischen Anlaß, den Huleh bietet, sondern auch durch die Situation, in der sich das Aufbauwerk Palästinas augenblicklich befindet, eine solche Aktualität gewonnen, daß endlich doch an ihre Verwirklichung geschritten werden sollte. Daß die notwendige Zahl von körperlich und moralisch geeigneten jungen Arbeitskräften der Galuth vorhanden ist, unterliegt keinem Zweifel. Schon unmittelbar nachdem die Nachricht von der Erteilung der Huleh-Konzession in die Öffentlichkeit gedrungen war, haben sich in Polen, Deutschland, Österreich und anderen Staaten Hunderte von Chaluzim für jede notwendige Arbeit gemeldet. Sobald es sich zeigen sollte, daß solche Meldungen Aussicht auf Erfolg haben, wird sich ihre Zahl gewiß so steigern, daß selbst bei der notwendigen sehr rigorosen Auswahl das benötigte Kontingent leicht zustande gebracht werden wird. Aus den so ausgewählten Freiwilligen wäre eine »A r b e i t s- 1 e g i o n« zusammenzustellen, deren Angehörige die Verpflichtung übernehmen, während der erforderlichen Zeit — voraussichtlich drei bis vier Jahre hindurch — unter Leitung der mit der Durchführung betrauten Stelle alle mit der Urbarmachung verbundenen Arbeiten zu leisten 2. Die einzelnen Abteilungen der Legion, die wohl am besten länderweise formiert werden, müssen in entsprechenden Lagern in der nächsten Umgebung des Geländes untergebracht werden und erhalten — wie beim freiwilligen Arbeitsdienste in Deutschland und Österreich, aber selbstverständlich ohne jede militärische Beimengung — Verpflegung, Arbeitskleidung und ein kleines Taschengeld zur Befriedigung zusätzlicher persönlicher Bedürfnisse. Die Hauptgegenleistung aber, die ihnen winken soll und die neben der nationalen und sozialen Begeisterung den eigentlichen Ansporn für die geforderte jahrelange zähe, harte und opfervolle Arbeit bilden muß, soll die Verpflichtung der kolonisierenden nationalen Instanzen sein, den urbar gemachten Boden den Pionieren, die ihn siedlungsreif gemacht haben, zur gruppenweisen Besiedlung zu überlassen. Soweit das gewonnene Neuland dazu nicht ausreicht, müssen die Arbeitslegionäre, die sich im Arbeitsdienste die entsprechende Zeit hindurch bewährt haben, bei künftigen Zuteilungen von Siedlungsgebieten in erster Linie berücksichtigt werden. Es ist sogar durchaus zu rechtfertigen, daß späterhin, wenn sich die Einrichtung des Arbeitsdienstes einmal eingelebt und bewährt 1 Nachdem ich sie — ohne damals von den erwähnten Vorgängern Kenntnis zu haben — bei einem im Dezember des Vorjahres im Wiener »Verband der jüdischen Ingenieure und Techniker zum Aufbau Palästinas« gehaltenen Vortrage über Anregung von Ing. Laschkowitz wieder vorgebracht hatte, hat auch — sicher unabhängig davon und anscheinend in einem etwas abstrakteren Sinne — der Führer der revisionistischen Bewegung, Jabotinsky, in einer Rede die Aufforderung an die jüdische Jugend gerichtet, sich i» den Arbeitsdienst der Nation zu stellen. 2 Die Existenz und die früheren Leistungen der »Gdud Awodah« sind mir wohl bekannt. Ob und in welchem Ausmaße sie auch für den neuen nationalen Arbeitsdienst herangezogen werden kann, läßt sich ohne genaue Kenntnis des jetzigen Zu- Standes nicht beurteilen.