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Palästina · 1935-04-01 · Heft 4 (April 1935) · p. Seite 183

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 4 (April 1935)
Article
Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
Date
1935-04-01
Page
Seite 183 (sequence 13)
Language
German
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Ein Nahrungsmittel, das noch besonders erwähnt werden muß, ist das Ei. Es steht zwar hinsichtlich seines Kaloriengehaltes hinter verschiedenen wichtigen anderen Ernährungsgütern zurück und ist auch infolgedessen ein verhältnismäßig teueres Nahrungsmittel. Diese Nachteile werden aber durch seine Eigenschaft als vollkommenes Nahrungsmittel, das sich zudem als Zutat für eine große Anzähl von Speisen kaum substituieren läßt, kompensiert. Im ganzen beansprucht der Eierkonsum einen Kalorienanteil von 2.6%, übertrifft also damit den Kalorienanteil des Fleisches. Am höchsten ist-der Eierkonsum in der Kwuzah Hascharon, am niedrigsten in Ain Charod. In ihrem Eierverbrauch stützen sich die Kwuzoth so gut wie ausschließlich auf die eigene Produktion. Und die Eigenerzeugung stellt auch hier, wie überall in der Welt, eine Stimulanz zur erhöhten Verwendung dar. Allerdings wäre es verfehlt, eine enge Verbindung zwischen Eigenproduktion und Verbrauchsniveau herzustellen, da hier marktmäßige Faktoren den Ausschlag geben, das heißt eine gegebene günstige Preiskonstellation vermag mitunter zu einer Verminderung des eigenen Eierverbrauchs zu führen, um eben die günstigen Preis- und Absatzbedingungen restlos ausnutzen zu können. Die Eierproduktion ist starken Saisonschwankungen ausgesetzt. Dies wiederum widerspiegelt sich eindeutig in der Höhe des Eierverbrauchs, eine Erscheinung, wie wir sie übrigens auch bei verschiedenen anderen Nahrungsmitteln (z. B. bei Obst und Gemüse) feststellen können. Insgesamt stellt sich der durchschnittliche Kalorienverbrauch je Erwachsenen in der Kwuzah auf 3700 täglich. Für die einzelnen Kwuzoth schwankt die entsprechende Ziffer wie folgt: Die höchste Kennziffer mit 109.8 ergibt sich für Gan Schmuel, der die Kwuzah Hascharon mit 106.3 und Sarid mit 104 folgen, während für Bet-Alfa die Verhältnisziffer mit 100.7 etwa dem Gesamtdurchschnitt (3700 Kalorien 100) gleich ist. Für die übrigen Kwuzoth liegt die Ziffer unter dem Gesamtdurchschnitt, und zwar für Mischmar Haemek mit 98.4, für Geva mit 96.6, Tel-Josef mit 95.9 und Ain Charod mit 88.8. Allgemein wird der Tagesbedarf des Erwachsenen mit etwa 3000 Kalorien veranschlagt. In Wirklichkeit läßt sich jedoch diese Ziffer keineswegs generalisieren. Die Ernährungsgrundlagen und der Nahrungsmittelbedarf in seiner Zusammensetzung und Gesamthöhe sind stark von örtlichen Gegebenheiten, klimatischen Bedingungen, von der Art der Arbeitsausübung und des Arbeitsberufes, des physischen Arbeitsaufwandes und der Nervenbeanspruchung abhängig, so daß Verallgemeinerungen auch nur vergleichsweise lediglich in ganz beschränktem Umfange möglich sind. Dabei sei festgestellt, daß der tagesdurchschnittliche Kalorienverbraucfa nicht nur regional, das heißt von Land zu Land, sondern auch innerhalb eines einzigen Landes schwankt, entsprechend der Berufsschichtung und Berufsausübung. So ist fast überall in der Welt der Kalorienverbrauch der auf dem flachen Lande Tätigen höher als der des städtischen Arbeiters und der des städtischen Arbeiters wiederum höher als der des Angestellten. So besagt auch keineswegs ein hoher Kalorienverbrauch zugleich, daß die Güte der Nahrung von hohem Grad ist, und umgekehrt braucht

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