Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 182 (sequence 12)
- Language
- German
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dieser Richtung insofern ohne spezifischen Wert ist, weil, wie bereits erwähnt, gerade beim Fleischverbrauch (sowie bei tierischen Fetten) die klimatischen Einwirkungen besonders stark zum Ausdruck kommen. Für die einzelnen Kwuzoth sind ebenfalls beim Fleischverbrauch erhebliche Differenzierungen zu beobachten. Die höchste Konsumziffer weist Tel-Josef auf. Hier beträgt der Kalorienanteil von Fleisch am gesamten Kalorienverbrauch 4%, während sich der Anteil für Bet-Alfa, Geva, Ain Charod und Sarid zwischen 2 und 2.7% bewegt, für Mischmar Haemek, Hascharon und Gan Schmuel schwankt er zwischen 1.1 und 1.6%. Setzen wir den Gesamtdurchschnitt des Kalorienverbrauchs an Fleisch für die erfaßten Kwuzoth je Erwachsenen gleich 100, so ergeben sich folgende Größenproportionen: Tel-Josef hat mit 169.2 die Höchstziffer, Mischmar Haemek mit 46.1 die niedrigste Ziffer aufzuweisen. Von Interesse, ist, daß allein der Verbrauch an Zucker einen durchschnittlichen Kalorienanteil von 12% repräsentiert. Der Zuckerverbrauch ist also hier besonders hoch. Allerdings ist für die letzten Jahrzehnte fast überall in der Welt eine fortdauernde Steigerung des Zuckerverbrauchs zu beobachten, dank seiner Eigenschaften als Kohlehydrat in reinster Form und als leicht verdauliches Produkt. Hier im Lande mögen für die Höhe des Zuckerkonsums besondere Momente mitsprechen, die zweifellos klimatisch bedingt sind. Besonderer Hervorhebung bedarf die Gruppe »Obst und Gemüse«, die das wichtigste Vitaminreservoir darstellt. Ihr Anteil an der Ernährung der Kwuzoth ist daher besonders wichtig. In der ganzen Welt kann man die Tendenz beobachten, wie sich in der Ernährung eine bedeutsame Umschichtung im Sinne der Mehrverwendung von vitaminreichen Nährstoffen vollzogen hat. Auch hier im Lande ist dies eine allgemeine Erscheinung. Man kann dies indirekt aus den stark gestiegenen Importziffern für Obst und Gemüse ablesen. Natürlich ist infolge der Einwanderung und der gestiegenen Bevölkerungsziffer der Bedarf an diesen Produkten gewachsen. Aber zu bedenken ist, daß für eine Reihe von Obst- und Gemüsearten die Wachstumsrate des Imports erheblich höher ist als die der Bevölkerung. Auch der Verbrauch einheimischer Obst- und Gemüseprodukte hat beträchtlich zugenommen. All dies deutet darauf hin, welche Geschmackswandlung in der Ernährung sich in den letzten Jahren im Lande angebahnt hat. Für die von uns untersuchten Kwuzoth ermitteln wir für Obst und Gemüse einen gesamtdurchschnittlichen Anteil von rund 8% am Kalorienverbrauch. Der Konsum von Rohkost erlangt jedoch nicht die Bedeutung, die man der Ziffer vorerst entnehmen könnte. Denn darin ist auch eine erhebliche Verwendung von getrockneten Früchten vertreten (z. B. für Obstsuppen). Am höchsten ist der Obst- und Gemüsekonsum in der Kwuzah Hascharon, wo in einer erheblichen Anzahl Vegetarier vorhanden sind. Bei ihr stellt sich der Kalorienanteil auf 9.2%. Die entsprechende Kennziffer beträgt 125.6. Ain Charod und Tel-Josef haben mit 6.8% (Kennziffer 76.8) und 6.2% (Kennziffer 75.3) die niedrigsten Anteile.