Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 181 (sequence 11)
- Language
- German
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im Durchschnitt nur rund 4%. Dabei ist zu beachten, daß in dieser Anteilsziffer bereits Sahne — ihrem Kaloriengehalt entsprechend — mitenthalten ist, so daß der eigentliche Kalorienanteil für Butter noch niedriger ist. Setzen wir die absolute Gesamtdurchschnittsziffer des Verbrauchs von Butter und Sahne je Kopf des Erwachsenen gleich 100, so ermitteln wir, daß an erster Stelle mit 119.9 die Kwuzah Gan Schmuel steht, der in geringem Abstand mit 108.7 Bet-Alfa folgt. Am niedrigsten ist diese Kennziffer mit 73.8 in der Kwuzah Hascharon. Was insbesondere den Butterkonsum anbetrifft, so ist noch hervorzuheben, daß die meisten hier in Betracht kommenden Kwuzoth von einer Eigenverarbeitung an Butter in den letzten Jahren abgekommen sind, die Milch veräußern und stattdessen Butter käuflich beziehen. Aus diesem Grunde besteht eine enge Verbindung zwischen der Höhe des Butterkonsums und der jeweiligen Preiskonstellation, die das Verbrauchsniveau an diesem Produkt natürlich maßgebend beeinflußt. Zu der Verwendung von Butter sind noch Milch und Milcherzeugnisse hinzuzurechnen, deren Kalorienanteil sich im Durchschnitt auf rund 8% stellt. Dabei sei erwähnt, daß im Milchkonsum auch der Verbrauch von Magermilch (in ihrem entsprechenden Kalorienwert) mitenthalten ist (auch in Form von Weißkäse, Dickmilch, Joghurt usw.). Im ganzen beansprucht die Gruppe »Molkereiprodukte« (einschließlich Butter) eine Quote in Höhe von durchschnittlich rund 12% des Gesamtkalorienverbrauchs je Kopf des Erwachsenen. Hoch hingegen ist der Verbrauch von pflanzlichen Fetten und Ölen (Shemen, Kokosöl usw.). Dieser Posten allein stellt sich auf reichlich 12% im Durchschnitt, hat also einen etwa gleichen Kalorienanteil wie sämtliche in die Gruppe der Molkereiprodukte einbezogenen Nährstoffe. Indes ergeben sich für die einzelnen Kwuzoth wesentliche Unterschiede. An der Spitze steht — wenn man vom durchschnittlichen Gesamtkalorienverbrauch (auf 100 basiert) ausgeht —, Mischmar Haemek mit 117.7. An letzter Stelle figuriert Ain Charod mit einer Kennziffer von 80.8. Im Gegensatz zu pflanzlichen Fetten ist die Verwendung von tierischen Fetten, ebenso wie der Verbrauch von Fleisch nicht bedeutend. In der Ernährungsforschung der neuesten Zeit wird als Allgemeintendenz festgestellt, daß das spezifische Gewicht der tierischen Erzeugnisse an der menschlichen Ernährung umso stärker sinkt, je weiter man nach dem Osten kommt. Ob diese Tendenz in ihrer Generalisierung auf die hiesigen Verhältnisse zutrifft, ist schwer zu beurteilen. Es mag sein, daß die klimatischen Bedingungen hier einen wesentlich höheren Anteil der pflanzlichen Stoffe an der Ernährung bedingen, da die tierischen Produkte unter bestimmten klimatischen Verhältnissen dem menschlichen Körper nicht sehr zuträglich sind. Für die Kwuzoth mag auch hier noch eine gewisse finanzielle Beschränkung mitsprechen. So ermitteln wir für den Fleischkonsum der Kwuzoth eine durchaus niedrige Kalorienquote von 2.1% im Durchschnitt, also ein Anteil, der mit entsprechenden Ziffern für den deutschen Arbeiter (rund 11%) oder für den nordamerikanischen Arbeiter (14.5%) nicht verglichen werden kann. Allerdings wäre wiederum zu betonen, daß ein Vergleich in