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Palästina · 1935-04-01 · Heft 4 (April 1935) · p. Seite 180

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 4 (April 1935)
Article
Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
Date
1935-04-01
Page
Seite 180 (sequence 10)
Language
German
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180 111 Das gewonnene Material für die Kwuzoth, namentlich soweit es den Haushaltsbüchern entnommen wurde, ermöglicht eine Übersicht über die Mengenzusammensetzung der Ernährung. Die nachfolgenden Ausführungen bezwecken keine Darstellung der Ernährungsgrundlagen vom Standpunkt der Ernährungsphysiologie, sondern lediglich eine Aufzeigung der Nährstoffe in ihrem Mengenverhältnis zueinander und eine vergleichende Bewertung der Ernährungsstruktur der einzelnen hier erfaßten Kwuzoth untereinander. Zu diesem Zwecke bedienten wir uns einer Umrechnung der Nahrungs- und Genußmittel in Kalorien. Auf diese Weise war es möglich, vor allem einen einheitlichen Vergleichskoeffizienten auf gemeinsamer Rechenbasis für sämtliche in der Darstellung behandelten Kwuzoth zu erzielen. Es ist klar, daß das Kalorienbild allein keine stichhaltige, geschweige denn vollständige Vorstellung von der Güte der Ernährung zu vermitteln vermag, weil hiebei noch der Einfluß anderer Faktoren (z. B. der Vitamingehalt) maßgebend ist. Solange aber für die meisten anderen Momente, die die Ernährungsgüte beeinflussen und bestimmen, keine ziffernmäßigen Maßstäbe angelegt werden können, müssen wir uns mit einer Kalorienumrechnung begnügen, zumal es hier, wie betont, nur auf die Beleuchtung der Mengenstruktur der Ernährung ankommt. Im Rahmen des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs kommt dem Brot mit einem Anteil von 39.5% des Kalorienbedarfs je Erwachsenen der Kwuzah die ausschlaggebende Bedeutung zu. Im Vergleich zu verschiedenen anderen Ländern, insbesondere zu Ländern Westeuropas oder den Vereinigten Staaten von Amerika, ist dieser Anteil hoch. Die Höhe läßt sich erklären, einmal damit, daß die überwiegende Mehrzahl der Kwuzah-Mitglieder aus den östlichen Ländern stammt, wo der Brotverbrauch wesentlich stärker hervortritt als beispielsweise in den westeuropäischen Ländern. Außerdem sind neben der geschmacklichen Einstellung und den traditionsgebundenen Gewohnheiten in der Ernährung noch finanzielle Momente für die Höhe des Brotkonsums maßgebend. So wurde z. B. in Deutschland das Brot hauptsächlich durch erhöhten Kartoffel verbrauch ersetzt (in den letzten zwei Jahrzehnten verringerte sich in Deutschland der Brotverbrauch um nicht weniger als rund 30%; das Brot macht beim deutschen Arbeiter gegenwärtig nur noch etwa ein Viertel des gesamten Kalorienverbrauchs aus). Vor allem aus Kostengründen vermag hier im Lande die Kartoffel nicht die gleiche substituierende Rolle zu spielen. Daraus entspringt die Tatsache, daß der Kartoffelverbrauch in den erfaßten Kwuzoth gering ist und sich seinem Kalorienanteil nach auf rund 6% im Durchschnitt stellt, das ist etwa die Hälfte des Anteils des deutschen Arbeiters. Eine Heranziehung anderer Länder als Vergleich ergibt, daß beispielsweise der nordamerikanische Arbeiter einen nicht wesentlich höheren Kartoffelverbrauch aufweist als der Kollektivarbeiter der Kwuzah, aber daß das Brot hauptsächlich durch Verbrauch hochwertiger Molkereiprodukte in seinem Konsum reduziert wurde. Beim Kollektivarbeiter sind auch in diesem Falle die Substituierungsmöglichkeiten begrenzt. Der Butterverbrauch ist noch ganz gering. Seinem Kalorienanteil nach beträgt er

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