Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 179 (sequence 9)
- Language
- German
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samtbudget der Aufwendungen für den Lebensunterhalt beim Individual- und Kollektivarbeiter verhält. Unter diesem Gesichtspunkt ergibt eine Gegenüberstellung, daß der Belastungskoeffizient bei beiden Arbeiterkategorien nicht wesentlich voneinander abweicht: Er stellt sich für den Individualarbeiter auf 55 bis 60%, für den Kollektivarbeiter auf rund 50% der Gesamtaufwendungen. Ein besonderer Vorbehalt ist noch vornehmlich bei der Bewertung der Ausgaben für Wohnung beim Kollektivarbeiter im Vergleich zum Wohnungsaufwand des Individualarbeiters zu machen. Wie bereits angeführt, beträgt der jahresdurchschnittliche Aufwand je Erwachsenen in den hier untersuchten Kwuzoth lediglich 1.9 £P. Dies ist ein Betrag, der mit dem Mietsaufwand eines Individualarbeiters (in der Mehrzahl der Fälle 6 bis 12 £P jährlich in der Kolonie) überhaupt nicht verglichen werden kann. Und dies ist ohne weiteres einleuchtend. Um Wiederholungen zu vermeiden, sei hier lediglich festgestellt, daß die betreffende Ziffer für den Kollektivarbeiter nur ein rechnerisches Äquivalent für Amortisation, Reparatur und Instandhaltung der Behausung darstellt. Beim Individualarbeiter ist der Wohnungsaufwand kein kalkulatorisches Ergebnis, sondern effektiv entrichtete Miete, deren Höhe marktmäßig bedingt ist, von dem Angebot des verfügbaren Wohnraums und der Nachfrage der Wohnungssuchenden und ihrem Einkommen abhängt. Außerdem sprechen noch vielfach die Unterschiedlichkeiten in den Wohnbedingungen mit. Jedenfalls kommt die hohe Diskrepanz im Wohnungsaufwand dieser beiden Arbeiterkategorien auch in den Relativziffern der Belastung kraß zum Ausdruck. Während im Durchschnitt für den Individualarbeiter sich die Wohnungsmiete auf rund 12.5% des Gesamtbudgets stellt, macht der betreffende Anteil bei der Kwuzah durchschnittlich 5.4% aus. Dagegen sind die Abweichungen in der Belastungshöhe des Aufwandes für Bekleidung verhältnismäßig unerheblich. Anteilsmäßig macht der Bekleidungsaufwand bei beiden Arbeitertypen etwa 8% aus, wenn man von Einzelschwankungen absieht. Eine exakte Gegenüberstellung im Nominalaufwand ist auch bei Bekleidung lückenhaft, obwohl der Bekleidungsaufwand im allgemeinen proportionaler Natur ist. Hier bleibt zu bedenken, daß gerade bei diesem Posten neben rein wirtschaftlichen Momenten auch rein subjektive Faktoren einen besonderen Einfluß ausüben (so läßt sich auf Grund des Zensusmaterials feststellen, daß in einer großen Reihe von Fällen der Bekleidungsaufwand des ledigen Individualarbeiters wesentlich höher ist als der des verheirateten). Beim Kollektivarbeiter wird zum Teil der Baraufwand für Bekleidung etwas ermäßigt durch die Versorgung aus den eigenen Werkstätten (Arbeitskleider, Schuhe und Reparaturen). Ebenso geringfügig sind die Unterschiede in der Belastungsquote bei den Zuwendungen für Angehörige. In den erfaßten Kwuzoth beläuft sich der Anteil auf durchschnittlich 5.5%, beim Individualarbeiter auf 6%. Absolut sind aber die Differenzierungen in den einzelnen Fällen größer. Ebenso wie bei der Kwuzah der Unterstützungsaufwand im wesentlichen von den finanziellen Möglichkeiten abhängt, ebenso ist seine Höhe beim Individualarbeiter von dessen Einkommen abhängig.