Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 178 (sequence 8)
- Language
- German
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noch unter einem anderen Gesichtspunkt in Erwägung gezogen zu werden, nämlich unter Anstellung eines Vergleichs mit dem Aufwand des Individualarbeiters in der Kolonie. Von vornherein muß hervorgehoben werden, daß ein etwaiger Vergleich der absoluten Nominalhöhen zu inkongruenten Gegenüberstellungen führt und durchaus irreleitende Schlußfolgerungen aufzwingt. Wir haben eingangs infolgedessen darauf hingewiesen, daß diese Vergleiche ausschließlich illustrativen Wert besitzen, ohne einen absoluten Bewertungsmaßstab zu repräsentieren. Schon bei der Betrachtung des Ernährungspostens offenbart sich dies eindeutig. Wie dargelegt, wird der Real nutzen der Nominalaufwendungen für Ernährung beim Kollektivarbeiter der Kwuzah durch eine Reihe von Momenten (konzentrierter Einkauf in großen Mengen, gemeinsame Versorgung der Kwuzah als einheitliche große Familie usw.) günstig beeinflußt, Momente, die beim Individualarbeiter überhaupt ausscheiden. Beim Kollektivarbeiter stellt sich der jahresdurchschnittliche Ernährungsaufwand, wie oben ermittelt, auf rund 16 £P. Im Zusammenhange mit einer statistischen Erhebung im Februar 1934 in der Kolonie Petach-Tikwah ließ sich der Nominalaufwand für Ernährung beim ledigen Individualarbeiter mit 2x/2 bis 3 £P monatlich oder 30 bis 36 £P jährlich in der Mehrzahl der Fälle feststellen. In Wirklichkeit ist ein Vergleich der eben angeführten Globalziffern für die beiden Arbeiterkategorien schon insofern hinkend, als der unverheiratete Lohnarbeiter sich überwiegend außerhalb, das heißt in Restaurationen verpflegt und infolgedessen in seinem Budget ein wesentlich höherer Nominalbetrag für Ernährung erscheint als beim Kollektivarbeiter, der in der Kwuzah verpflegt wird. Nehmen wir anderseits als Vergleichsbasis den nominellen Ernährungsaufwand des verheirateten Individualarbeiters (zweiköpfige Familie) und multiplizieren wir dementsprechend den jahresdurchschnittlichen Aufwand des Kollektivarbeiters für Ernährung mit 2, so würde man folgende mechanische Gegenüberstellung erhalten: Im Durchschnitt bewegen sich die monatlichen Ernährungskosten einer zweiköpfigen Lohnarbeiterfamilie in der Kolonie zwischen 3 und 4 £P, das heißt 36 und 48 £P im Jahr, gegenüber einem verdoppelten Ernährungsaufwand je Erwachsenen der Kwuzah in Höhe von 32 £P. Indessen ist auch dieser mechanisch-quantitative Vergleich durchaus lückenhaft, weil die Ernährungskosten nicht proportionaler Natur sind, so daß eine Multiplikation fehlerhaft ist in Anbetracht dessen, daß die Ernährungskosten in ihrer Beziehung zur Personenziffer sich bis zu1 einer bestimmten Grenze degressiv verhalten. Das gleiche gilt natürlich für eine drei- und mehrköpfige Lohnarbeiterfamilie, wobei noch zu berücksichtigen bleibt, daß man beim Individualarbeiter mit einer »natürlichen«, beim Kollektivarbeiter in diesem Vergleichsfalle mit einer »mechanischen« Familieneinheit operieren würde, zumal die Kwuzah als Ganzes eine in sich geschlossene Familiengemeinschaft darstellt. Ganz allgemein kommen die Vergleichszusammenhänge im Belastungs g r a d des Ernährungsaufwandes zum Ausdruck, w^e er sich für beide Arbeitertypen definieren läßt. Die sich (darauf beziehenden Ziffern geben an, wie sich dieser wichtigste Ausgabeposten zum Ge-