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Palästina · 1935-03-01 · Heft 3 (März 1935) · p. Seite 153

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 3 (März 1935)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
Date
1935-03-01
Page
Seite 153 (sequence 9)
Language
German
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insbesondere aus der Differenzierung dieses Genossenschaftswesens in den letzten Jahren ergeben hat. Sind ja, abgesehen von den drei Hauptformen der eigentlichen Produktivgenossenschaft (Kvuzah, Kibuz und Moschav Ovdim), von denen insbesondere die dritte gegen viele innere Schwierigkeiten anzukämpfen hat, noch besondere Absatz- und Unternehmungsorgaoisationen dieser Kategorie der Genossenschaften angegÜiedert worden, von denen in erster Reihe die große Absatzkooperative »Tenuvah«, die landwirtschaftliche Arbeiterunternehmung^organisation »Jachin« und die gemeinsame Fruchtabsatzkooperative der drei Gesellschaften »Harnaschbir«, »Jachin« und »Tenuvah«, die »Hit« zu erwähnen sind. Die »Tenuvah« stellt heute mit ihrem' jährlichen Absatz an landwirtschaftlichen Produkten in der Höhe von 300.000 £ (bievon 195.000 £ Milchprodukte und 105.000 £ Geflügel, Trauben und sonstige Früchte, Honig und Konserven) eine der größten Absatzorganisationen des Landes dar, doch ist sowohl die Form des Absatzes, der durch sie organisiert wird, wie auch ihre Beziehungen zu den übrigen genossenschaftlichen Organisationen (insbesondere zu den Konsumvereinen) noch in vielen Hinsichten verbesserungsbedürftig. Weiniger kompliziert ist die innere Entwicklung des »Jachin«, der als eine landwirtschaftliche Unternehmungskooperative seine Tätigkeit von Jahr zu Jahr ausdehnt (die durch ihn bearbeitete Fläche beträgt gegenwärtig 6000 Dunam, die Zahl der beschäftigten Arbeiter 600, die Gesamtsumme der Ausgaben im Jahre 1934 120.000 £) und der insbesondere-bei der Erschließung des Emek Chef er (früher Wadd Ghawarit) wertvolle Dienste geleistet hat. Als großes Verdienst ist dieser Gesellschaft die Heranziehung von privaten Kapitalien (insbesondere aus Deutschland) in den Bereich ihrer Tätigkeit zuzuschreiben, freilich sollten dabei die Fehler vermieden werden, die seinerzeit zum Zusammenbruch des Solei Boneh geführt haben. Sehr rasch ist auch die Entwicklung der »Hit« vor sich gegangen (von 15.000 Kisten in der Saison 1929/30 auf 200.000 1934/35). Das soziale Hauptproblem dieser Gesellschaft besteht darin, daß sie nicht bloß die Arbeitergenossenschaften, sondern auch private Betriebe bedient, wobei sich allerdings der Anteil der Genossenschaften von Jahr zu Jahr vergrößert (von 39% im Jahre 1929/30 auf 50% im Jahre 1933/34). Auch das Gesellschaftsprinzip als solches bereitet hier gewisse Schwierigkeiten, die »Tenuvah« bemüht sich, den Export der Früchte ganz in ihren Händen zu konzentrieren, was auf den Widerstand der beiden anderen mitbeteiligten Gesellschaften stößt. Doch wie schwerwiegend auch die Fragen sein mögen, mit denen das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen zu ringen hat, sie treten an Bedeutung und Kompliziertheit bedeutend zurück im Vergleich mit den sozialen Schwierigkeiten der übrigen Genossenschaftsarten. Die Mitglieder der landwirtschaftlichen Genossenschaften rekrutieren sich in ihrer überwiegenden Mehrheit aus den Kreisen der älteren Arbeiter, in denen das Bewußtsein ihrer spezifischen nationalen und sozialen Aufgaben immer wach bleibt, was ihnen' die Überwindung der Schwierigkeiten selbst dort möglich macht, wo sie (wie zum Beispiel im Moschav Ovdim) ganz besonders zutage treten. Ganz anders siebt es bei den übrigen Genossenschaftsarten aus, wo sich die Gesamtmasse der Arbeiterschaft konzentriert und wo das Gefühl des Verbundenseins mit dem sozialen Werk der Arbeiterorganisation nicht immer klar genug zutage tritt. Die sich daraus ergebende Problematik kommt bereits im Kreditgenossenschaftswesen zum Vorschein, dessen Struktur im übrigen, wie erwähnt, eine ganz solide ist. Sollen jedoch diese Institutionen sich nicht bloß damit begnügen, dem individuellen Arbeiter in Dorf und Stadt (die Mitglieder der Ärbeiterkollektive kommen als Nutznießer dieser Institutionen kaum in Betracht, da sie durch ihre organisierten Gemeinschaften zumeist direkt mit der Arbeiterbank verbunden sind) billigen Kredit zu verschaffen, sondern ihn darüber

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