Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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k% Der Revisionsverband der Arbeiterkonsumgenossenschaften umfaßt gegenwärtig (Stand1 laut Ende 1934) 28 Genossenschaften in den verschiedensten Städten, und Kolonien des Landes mit einem Vermögen von 9645 £ und einem Jahresumsatz von 71.077 £. Im Vergleich mit dem Stand1 von 1932 (12 Genossenschaften mit einem Vermögen von 2972 £ und) einem Umsatz von 21.618 £) bedeutet es»eine Verdoppelung der Zahl der Genossenschaften und eine Verdreifachung des Vermögens und der Umsätze. Die frühere zentrale Konsumgenossenschaft des Landes, der »Hamaschbir«, dient heute als eine genossenschaftliche Großeinkaufsquelle und ist als solche vor einigen Wochen der Großeinkaufsgesellschaft der englischen Konsumvereine angegliedert worden. Der Revisionsverband der gewerblichen Genossenschaften zählt gegenwärtig 74 Mitglieder mit 2187 Arbeitern. Das Vermögen dieser Genossenschaft beträgt ca. 200.000 £, die monatiiche Löhnsumme 26—27.000 £, der monatliche Gesamtumsatz 75.000 £. Auch hier eine gewaltige Zunahme gegenüber dem Vorjahre, wo die Zahl der beschäftigten Arbeiter 1475, das Vermögen bloß 100.000 £ und der monatliche Umsatz 48.000 £ ausgemacht hatte. An die erste Stelle rücken hier die Transportgenossenschaften (26 Genossenschaften mit 1208 Arbeitern), erst im weiten Abstand folgen die anderen Kategorien (Baumaterialien- und Bewässerungsgenossensdhaftem, genossenschaftliche Restaurants, Holzindustrie, Metallindustrie, Schneiderei und' Schusterei, Bäckereien, Installationen, Druckereien), deren Gesamtarbeiterzahl geringer ist, als die Zahl der in den Transportgenossenschaften Beschäftigten. Imposant sieht die Entwicklung der Arbeiterkreditgenossenschaften aus, insbesondere wenn man beachtet, daß es sich um sehr junge Institutionen handelt (die erste Kreditgenossenschaft dieser Art ist im Jahre 1925 in Tel-Aviv entstanden) und daß sich diese Institutionen streng auf ihre eigentlichen Aufgaben (Sammeln von Spareinlagen und Darlehensgewährung an Arbeiter) beschränken, ohne irgendwelche andere .Bankgeschäfte in den Bereich ihrer Tätigkeit zu ziehen. Die Zahl' der im Revisionsverband der Arbeiterkreditgenossenschaften gruppierten Institutionen beträgt 22, die Zahl ihrer Mitglieder 13.714, das eigene Vermögen der Genossenschaft (Genossenschaftsanteile und Reservefonds) 34.725 £, die Summe der Spareinlagen und Depositen 160.927 £, der Gesamtbetrag der in Darlehen investierten Summen 192.459 £. Auch hier ein gewaltiges Steigen der Ziffern von Monat zu Monat, verursacht sowohl durch den soliden Geschäftsgang der Genossenschaften und das wachsende Vertrauen zu ihnen, als auch durch das gehobene Lohnniveau der Arbeiterschaft. Die letztere Tatsache erklärt auch die weitaus stärkere Entwicklung der Genossenschaften in den Städten, wo das Lohnniveau bedeutend höher ist, als in den Kolonien und den Siedlungen. Obwohl von den 22 Genossenschaften lediglich drei als städtische zu bezeichnen sind, so konzentrieren diese drei doch fast zwei Drittel der Gesamtsumme sowohl der eigenen Mittel der Genossenschaften (21.234 auf 34.725 £), als auch der Spareinlagen und Depositen (116.128 auf 160.927 £). Und doch wäre es falsch, sich durch diese im Großen und Ganzen sicher zufriedenstellenden Ziffern über die komplizierten Fragen des palästinensischen Arbeitergenossenschaftswesens hinwegtäuschen zu lassen. Am allerwenigsten ist dies übrigens der Fall bei den Arbeitern selbst, die sich die sozialen Aufgaben des Genossenschaftswesens dauernd vergegenwärtigen und gegen die Mißstände, sofern sie irgendwo zum Vorschein kommen, zumeist entschieden auftreten. Und der Anlässe zum Eingreifen gibt es genug. Selbst das landwirtschaftliche Produktivgenossenschaftswesen, der lebendigste und bei weitem bedeutendste Zweig der gesamten genossenschaftlichen Arbeiterwirtschaft im Lande, ist von dieser sozialen Problematik nicht frei, die sich