Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 128 (sequence 16)
- Language
- German
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volle Rolle zu spielen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß mit fortschreitender Forschung es gelingen wird, salzreiches und salzarmes Grundwasser durch das geophysikalische Instrument zu.ermitteln. Versuche in dieser Hinsicht haben bis heute noch keine praktischen Resultate ergeben. Ähnlich verhält es sich mit einer geophysikalischen Behandlung des Karstwasserproblems. Somit scheint mir die geophysikalische Methode in erster Linie von Bedeutung zu sein für die genaue Feststellung von Verwerfungen, welche aber, wie ich schon früher ausführte, besonders geeignet sind, Wasser in größerer Menge abzugeben. 4. Die bisherigen Bohr-Methoden. Die gewöhnliche, arabische Methode der manuellen Brunnengrabung nimmt immer mehr ab und ist auf jüdischem Landbesitz nur höchst selten noch anzutreffen. Mit der fortschreitenden Intensivierung der Kulturen nahm die Notwendigkeit, die tieferen Grundwasserhorizonte auszunützen und damit die Ausführung von Tiefbohrungen immer mehr zu. Noch vor wenigen Jahren traf man im Lande beinahe ausschließlich Bohrgeräte ohne Maschinenbetrieb. Solche »altertümlichen« Maschinen sollten heute nur noch bei den sandigen Sedimenten der Küstenebene benützt werden, aber auch da nur, wenn die oberen Horizonte (Alluvium) erschlossen werden müssen. Die Benützung dieser Geräte ist heute schon sehr im Verschwinden, statt dessen hat die Zahl der mit maschinellem Betrieb auf Tiefbohrung eingestellten Bohrgeräte rasch zugenommen. In dieser Hinsicht halte ich es für meine Pflicht, von der zu häufigen Benützung von Spülbohrgeräten abzuraten. Sie sollten nur dort in Frage kommen, wo mehrere Bohrungen vorhanden und der Untergrund einigermaßen geologisch erforscht ist. Die Gründe hiefür sind vielfache: a) Sind die Bohrproben einer Spülbohrung häufig mit Sedimenten aus höheren Zonen verunreinigt. b) Sind die Bohrproben besonders bei weichen Sedimenten oft bis zur Unkenntlichkeit zerstäubt und zerschlemmt, so daß die geologische Begutachtung wenig daraus entnehmen kann. . c) Besteht die Gefahr, daß schwache und unbedeutende Wasserhorizonte durchstoßen werden, die sich im wassergefüllten Spülrohr kaum bemerkbar machen, aber, wenn versalzen, recht unangenhm auf die tieferen Wasserhorizonte einwirken. d) kann der Bohrunternehmer dem Auftraggeber gegenüber Wasserfunde vortäuschen (zumal selten ein Geologe oder Bohrfachmann während oder nach der Bohrung gerufen wird).