Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 129 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Es sollten daher womöglich auf bisher unerforschten Grundstücken die erste oder die ersten Bohrungen Trockenbohrungen sein, welche zwar teurer sind, aber für alle zukünftigen Bohrungen dadurch von ausschlaggebender Bedeutung werden. Abzuraten ist ferner von der häufigen Durchlöcherung (Per f or i e r u n g) der Rohre zum Zwecke größerer Wasserzufuhr aus dem Bohrloch. Nur selten führt die Methode der Perforierung zum Ziel. Es kann sich immer nur um Zunahme weniger Kubikmeter Wassers handeln, welche bei Tiefbohrungen überhaupt keine Rolle spielen. Dagegen läuft man Gefahr, das schlechte Wasser (Cl-H2S~Gehalt) irgendeines höheren Horizontes durch die Perforierung mit dem guten Wasser der tieferen Horizonte zu vermischen, wofür wir auch Beispiele anführen könnten. 5. Großbehälter für Regen- und Flußwasser. Die Anlage von größeren oder kleineren Zisternen zumeist für Menschen- und Viehbedarf ist eine rein ökonomische Frage und braucht hier nicht weiter behandelt zu werden. Auf die Methode, größere Wasseransammlungen durch Anlage von Stauwerken zu erreichen, bin ich schon im Kapitel Hydrographie eingegangen. Ich resümiere, daß solche Stauwerke zwar nach Beseitigung vieler geologischer, technischer, ökonomischer, meteorologischer, politischer Schwierigkeiten, das heißt nach langjährigem Vorstudium, für einige begrenzte Landflächen des Landes in Frage kommen könnten, eine Gesamtlösung des palästinensischen Wasserproblems aber unseres Erachtens dadurch nicht gebracht wird. Wir kommen somit zur Schlußfolgerung, daß unter Zuhilfenahme der Geophysik und unter häufiger Benützung von Trockenbohrungen die Erschließung größerer Wassermengen vor allem von der genauen Kenntnis des tieferen Untergrundes abhängt, somit also in erster Linie von der geologischen Untersuchung. Das Fehlen städtebaulicher Erkenntnisse u. Gesetzesvorschriften in der Entwicklung Palästinas Von Dr. Ing. Hans Jacobowitz, Tel-Aviv. Der Städtebau, die Lehre der planvollen Gestaltung menschlicher Ansiedlung, ist eine kaum 50 Jahre alte Wissenschaft. Erst ihre großen Förderer, wie Stübben, Joseph Brix usw., haben ihr Achtung und Anerkennung verschafft.