Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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Erstens: Die geologischen Vorbedingungen sind wegen starker Klüftigkeit des Gesteins im Gebirge in vielen Fällen recht ungünstige* Zweitens: Die meteorologischen Bedingungen in vielen Teilen des Landes sind äußerst schwierig und im einzelnen nicht untersucht. So schwellen, wie allbekannt ist, unbedeutende Wasserläufe in der Hauptregenzeit plötzlich zu mächtigen, alles wegschwemmenden Strömen an und erzeugen damit physikalische Kräfte, die für den Bautechniker in jedem einzelnen Falle besondere statische Bedingungen schaffen. Ich erinnere zum Beispiel an die starken Gegensätze des Jarmuklaufes, welcher zur Trockenzeit 8 m3/Sekunde, nach dem Hauptregen 1000 m3/Sekunde führen kann und dessen katastrophale Wirkungen uns schon einmal demonstriert wurden. Drittens: Die bisherigen Berechnungen haben gezeigt, daß solche Bauwerke mit enormen Kosten verbunden sjnd, die ganz im Gegensatz stehen zu den niedrigen Kosten, welche Bohrungen zur Erschließung des Wassers aus dem Untergrunde erfordern, ganz abgesehen von dem finanziellen Risiko bei der Zerstörung eines solchen Baues und den Verheerungen, welche eine eventueller Zerstörung auf weite Landflächen hin ausübt. Viertens: Wie behebt man den Einfluß der enormen Verdunstung offener Wasserflächen, welche während sieben bis acht Monate keine Wasserzufuhr erhalten? Aber selbst nach Beseitigung aller voran geschilderten Schwierigkeiten ergeben sich fünftens Fragen rein politischer Natur. Wem stehen die juristischen Rechte an dem auf diese Weise gewonnenen Wasser zu, das möglicherweise seinen Weg über Gebiete verschiedensten Eigentums genommen hat? Somit stehen wir auf diesem Gebiete noch vor vielen ungelösten Fragen. Es bleibt als andere Lösung nur übrig, das Wasser, das seit undenklichen Zeiten in den Untergrund eindringt, aus diesem durch Bohrungen zu erschließen, mit anderen Worten, die geologischen Voraussetzungen für Bohrungen zu erforschen. B. Die Geologie» Man hat vom geologischen Standpunkt drei Hauptgruppen des Grundwassers zu unterscheiden: Verwerfungswasser, Karstwasser und Schichtwasser. (A) Verwerfungswasser. Überblickt man auf einer Karte die verschiedenen Quellen des Landes und berücksichtigt dabei das verschiedene Mengenverhältnis des Wassers dieser Quellen, so fällt auf: alle größeren Quellen liegen in den Ebenen und Senken des Landes, und zwar meist unmittelbar am Gebirgsrande. Wo wir beispielsweise — wie im Wadi Fara — Quellen