Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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114 ^er Wissenschaft, die Hydrographie und die Geologie*. Seit einigen Jahren wird auch die Geophysik, das heißt die Erforschung des Erdinnern durch physikalische Methoden, zur Lösung der Wasserfrage herangezogen. A* Die Hydrographie* Sie beschreibt und untersucht alles Wasser, welches an der Oberfläche, sei es in Form von Quellen oder von Flüssen, zu Tage tritt. Eine Kenntnis der wichtigsten Quellen und Flußläufe verdanken wir der Kartenaufnahme des Palestine Exploration Fund in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Diese geben aber kaum Aufschlüsse über Menge und Qualität des Wassers. Seither, besonders aber in der Nachkriegszeit sind mehrfach hydrographische Daten bekannt geworden. Diese sind größtenteils in den »Reports of the Experts submitted to the Joint Palestine Survey Commission« und in Blake »Geology and Water Resources of Palestine1 1928 veröffentlicht worden, so daß heute nur noch eine gewisse Kleinarbeit, die sich auf regelmäßige Messungen und Untersuchungen des Wassers beschränkt, übrig bleibt. Diese Untersuchungen werden gegenwärtig von dem Irrigation Department der Regierung unternommen. Es ist bekannt, daß dieses Oberflächenwasser (Quellen und Flüsse) nicht genügt, den Wasserbedarf zu decken. Es bleibt darum für den Hydrographen noch eine letzte Frage zu beantworten: Läßt sich ein Teil des Regenwassers, welches während der Hauptregenzeit nicht in den Boden eindringt, sondern von zeitweisen Bächen und Strömen rasch dem Meere zugeführt wird, in geeigneten Behältern, in diesem Falle größeren Stauwerken, aufbewahren und dem Lande während der trockenen Jahreszeit nutzbar machen? Dies ist eine Frage, welche aufs engste mit meteorologischen, geologischen und bautechnischen Problemen verknüpft ist. Die Möglichkeit des Baues solcher Talsperren für die Wasserversorgung ist seit dem Kriege mehrfach in technischen Kreisen behandelt worden. Wir treffen solche Erörterungen schon in den Reporten der Rutenbergkonzession, auch hat die Regierung neuerdings Untersuchungen in dieser Richtung unternommen. Die Talsperrenfrage ist somit mehrfach schon angeschnitten worden 2. Wenn wir trotzdem bisher zu keinen Ergebnissen gekommen sind, so liegt das an den vielfachen Hindernissen, die ich im folgenden aufzeigen möchte. 1 Das Resume dieser Arbeit wurde im Jahrgang 1930 dieser Zeitschrift, Heft 6, unter dem) Titel: »Die Frage der Wasserversorgung«, abgedruckt. (Anm. d. Red.) 2 Siehe dazu auch den Artikel: »Bewässerung, das Hauptproblem Palästinas«. Von Dr. Ing. A. Werber, Jahrgang 1934 dieser Zeitschrift, Heft 10 (Anm. d. Red.).