Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Zum Zeitschriftenmangel an den wissenschaftlichen Instituten Palästinas
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 83 (sequence 2)
- Language
- German
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den Interessentenkreis möglichst auszudehnen, anderseits aber auch das Interesse des Einzelnen möglichst intensiv zu gestalten. Die Beurteilung dieser Frage ist eine sehr subjektive und hängt auch von dem Spezialgebiet des beurteilenden Forschers zusammen. Der Tier- und Pflanzensoziologe wird den meteorologischen, geographischen, geologischen Arbeiten größte Aufmerksamkeit schenken, während z. B. dem Bakteriologen die meisten Arbeiten aus anderen Wissenszweigen wenig für ihn Bedeutungsvolles bieten werden. Die Ansicht des Verfassers geht trotzdem dahin, daß Botanik, Zoologie und Geologie und eventuell auch noch Meteorologie und Geographie einen geschlossenen Wissenskomplex vermitteln, so daß sie alle in einer solchen Zeitschrift zu Worte kommen könnten. Eine Diskussion darüber und ebenso auch über alle anderen hier aufgeworfenen Fragen, in Form von Aufsätzen und in der Presse, wäre jedoch höchst unzweckmäßig; die Entscheidung kann nur in eingehender Beratung mit den aktiven Mitarbeitern getroffen werden. Ad 2. Was die Frage des Umfanges in geographischer Hinsicht anbelangt, so dürfte es vorteilhaft sein, die Zeitschrift zum Zentralorgan für alle einschlägigen wissenschaftlichen Fragen des ganzen Orientes auszugestalten und sich nicht auf Palästina allein zu beschränken. Ich glaube, daß dadurch der internationale wissenschaftliche Interessentenkreis eine sehr wesentliche Erweiterung erfahren würde, umsomehr, als bis jetzt die Arbeiten aus diesen Gebieten in den verschiedensten Fachzeitschriften vieler Länder zerstreut sind. Eventuelle andere als rein wissenschaftliche Erwägungen können von hier aus nicht beurteilt werden. Ad 3. Ein besonders schwieriges Problem ist die Sprachenfrage. Es ist klar, daß in dieser Zeitschrift, die ja als Zentralblatt der hebräischen Kulturinstitute gedacht ist, dies auch in der Sprache zum Ausdruck kommen muß. Werden hingegen die Publikationen nur in hebräischer Sprache gehalten sein, dann ist ihr damit ihre Bedeutung für die internationale Wissenschaft genommen. Dies gilt für andere Disziplinen vielleicht nicht so sehr als gerade für die Naturwissenschaften. Der einzige Ausweg ist hier die Zweisprachigkeit, die allerdings stark verteuernd wirkt. Im allgemeinen werden die Publikationen der inländischen Forscher am besten zweispaltig erscheinen, also hebräisch und daneben gleichlaufend übersetzt in einer der drei international akzeptierten Sprachen. Bei einigen Arbeiten wird vielleicht eine Zusammenfassung in einer dieser drei Sprachen am Schlüsse genügen; hingegen wird bei allen Arbeiten ausländischer Forscher aus prinzipiellen Gründen ein hebräisches Referat, bzw. eine Zusammenfassung am Schlüsse angezeigt sein. Bei der Beratung gerade dieser Frage wird es sicherlich zum Austausch gegensätzlicher Meinungen kommen, doch wird sich hier eine befriedigende Lösung nur auf dem Kompromißwege finden lassen. Gerade im nationalen Interesse wird hier ein weitgehendes Entgegenkommen am zweckmäßigsten sein. Ad 4. Die Zeitschrift wird von vornherein einen rein wissenschaftlichen Charakter von sehr hohem Niveau tragen müssen, um die dem Verfasser vorschwebende internationale Bedeutung in