Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Zum Zeitschriftenmangel an den wissenschaftlichen Instituten Palästinas
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 82 (sequence 1)
- Language
- German
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Zum Zeitschriftenmangel an den wissenschaftlichen Instituten Palästinas Von Dr. Hugo Bojko, Wien. Mit weichein wissenschaftlichen Arbeiter man auch immer in Palästina sprechen mag, so mündet das Gespräch fast immer in die Klage, daß das zugängliche einschlägige Zeitschriftenmaterial überaus ungenügend ist. Jeder Forscher weiß, welch starkes Hemmnis in seiner Arbeit eine mangelhafte Literaturunterlage bedeutet. In den naturwissenschaftlichen Disziplinen macht sich dies viel stärker als in den Geisteswissenschaften und den medizinischen Gebieten geltend, weil in den beiden letzteren Geschenkgaben an die Nationalbibliothek in reichlicherem Maße vorliegen, während Schenkungen für jene (von der großen durch W arburg gespendeten Sammlung abgesehen) nur sehr spärlich einlaufen. Gerade die naturwissenschaftlichen Forschungsarbeiten haben aber beim Aufbau Palästinas eine wichtige Funktion zu erfüllen; stehen sie doch in unmittelbarem Zusammenhang mit den praktischen kolonisatorischen Fragen und es ist daher nicht nur aus kulturellen Gründen notwendig, dieser Frage ein größeres Augenmerk als bisher zuzuwenden. Ansätze zu einer Lösung wurden schon öfter versucht, scheiterten aber bisher an der materiellen Klippe. Im folgenden sollen nun einige Vorschläge gebracht werden, wie die Beschaffung der notwendigen Literaturbehelfe auf eine viel breitere Grundlage gebracht werden könnte. Die wichtigste Voraussetzung für einen regelmäßigen Einlauf der einschlägigen Zeitschriften bildet die Herausgabe einer eigenen periodischen Zeitschrift, da nur auf diese Weise die Mehrzahl des notwendigen Schriftenmaterials im Tauschwege von den betreffenden Korporationen des Auslandes zu haben ist. Über die Gründung einer solchen muß daher zuerst einiges gesagt werden, wenn auch manches vielleicht nur eine Wiederholung von bereits Gesagtem oder von bestehenden Beschlüssen sein sollte. In erster Linie müssen hier einige grundsätzliche Fragen entschieden werden, Fragen, zu deren Für und Wider hier keine prinzipielle Stellung eingenommen werden kann, da sie sich aus der Beratung der wichtigsten Interessenten, nämlich der Forschungskreise im Lande selbst ergeben müssen. Diese Fragen gelten 1. den Grenzen auf fachlichem Gebiet, 2. den geographischen Gebieten, auf welche sich die publizierten Arbeiten beziehen sollen, 3. der Sprachenfrage und 4. dem entweder weiteren Kreisen verständlichen oder streng wissenschaftlichen Niveau. Erst nach der Entscheidung dieser Fragen wird über die Aufbringung der Mittel, die Ausdehnung des Interessentenkreises, über die in Betracht kommenden einzutauschenden Zeitschriften usw. gesprochen werden können. Ad 1. Bei dieser Frage werden zwei einander widerstrebende Tendenzen berücksichtigt werden müssen, nämlich einerseits das Bestreben,