Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Palästina als Erdölmarkt und die Pipeline
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
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von 2936 Pfund im ganzen Jahre 1929. Die Verarbeitung der importierten planen Weißbleche auf Kanister schafft für eine Reihe von Menschen Beschäftigung. Es handelt sich also hier um eine typische Nebenindustrie. Nun darf man sich die Dinge nicht so vorstellen, als ob infolge des steigenden Benzinbedarfes der palästinensische Markt für die großen Konzerne, die ihn belieferten, also vor allem für die Shell-Gruppe, für die Amerikaner und für die Rumänen ein besonders gutes Geschäft sei. Zur Zeit ist das Gegenteil richtig. Der Wettbewerb ist heute auch auf den kleinsten Märkten außerordentlich stark. Was hier an den Markt kommt, ist mit Ausnahme des russischen Materials zwar fast völlig konzerngebunden, aber die Konzerne stellen eben heute die Preise so, daß nach Abzug der Kleinhandelsspanne für sie kaum etwas übrig bleiben kann. Beim Benzin speziell liegen die Dinge folgendermaßen am palästinensischen Markt: Der Durchschnittpreis hat in den letzten Jahren nach den amtlichen Einfuhrwerten betragen (cif unverzollt nach den amtlichen Einfuhrwerten je Liter). 1930_1911_1932_1933_1. Halbjahr 1934 14.05 10.57 9.06 6.48 5.10 Mil Benzin unterliegt zur Zeit einem Zoll von 11 Mil je Liter. Bei einem Durchschnitts-cif-Preis von 5.10 Mil je Liter stellte sich also die Ware in letzter Zeit auf 16.10 Mil cif verzollt im Durchschnitt. Sie wird von der Tankstelle zum Preise von ziemlich genau 20 Mil je Liter abgegeben. Es bleibt also für die Verteilung des Materials nur eine Spanne in Höhe von 3.90 Mil. Es ist klar, daß mit dieser Kleinhandelsspanne die Kosten der Verteilung nicht erzielt werden können, die Dinge liegen vielmehr so, daß die großen Produzenten, die bisher liefern, für die Verteilung des Materials noch einen Teil ihres Gewinnes, der im cif-Preise steckt, hergeben müssen. Sehr erheblich ist die zollpolitische Rolle, die das Benzin in Palästina spielt. Hierüber die folgenden Angaben per pal. Pfund: 1930__1931 _1932_1933 1. Halbjahr 1934 Zoll %v.W. Zoll %v.W. Zoll %v.W. Zoll %v.W. Zoll %v.W. 174.401 76.8 170.981 104.4 222.459 121.3 304.471 172 199.063 215.6 Man sieht, wie mit dem Fallen der Benzinpreise die wertmäßige Belastung des Materials gestiegen ist. Insgesamt hat der palästinensische Fiskus im Jahre 1933 aus den Zöllen für Benzin, Automobile, Gummireifen und Motorräder nicht weniger als 418.542 Pfund vereinnahmt. Es ist klar, daß diese Summe auf der anderen Seite wieder dem Straßenbau zugeführt wird, denn nur so hat eine derartig hohe Belastung einen produktiven Sinn. Von den oben bereits als möglich bezeichneten Verschiebungen innerhalb des palästinensischen Erdölmarktes ist eine strukturelle Entwicklung von Bedeutung, auf die hier kurz hingewiesen werden soll. Das ist die Tatsache, daß auch in Palästina die Schwerölmaschinen, insbesondere die Dieselmaschinen im Kraftwagen allmählich Eingang finden, damit tritt aber auch eine Veränderung des Bedarfes an Erdöl-