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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Palästina als Erdölmarkt und die Pipeline
Date
1935-02-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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Ein Verbrauchsquantum von etwa 110.000 Tonnen Erdölderivaten ist gleichbedeutend mit 0.055% des Weltverbrauches im Jahre 1934 gewesen, in dem dieser freilich geringer war als etwa im Jahre 1930. An solchen Relationen gemessen, spielt Palästina im Rahmen des Weltmarktes natürlich noch gar keine Rolle. Aber man darf die Dinge nicht nur s o sehen, sondern man muß sie unter dem Gesichtswinkel der Frage betrachten, was der palästinensische Erdölmarkt im Rahmen der Verbraucherländer an der Küste des östlichen Mittelmeerbeckens bedeutet, und dann erhält die Betrachtung einen ganz anderen Charakter. Vergleichen wir beispielsweise mit Syrien, so kommen wir nach der syrischen Einfuhrstatistik für 1933 zu einem Gesamtimport von 75.660 Tonnen für das Jahr 1933, Palästina hat also den syrischen Bedarf bereits überholt. Der Bedarf Ägyptens liegt mit rund 500.000 Tonnen schon wesentlich höher. Dagegen ist der der Türkei mit zirka 150.000 Tonnen nicht so sehr viel größer. Fest steht soviel, daß Palästina in dem Gesamtverbrauch der Länder an der Küste des östlichen Mittelmeerbeckens an Erdölderivaten eine immer größere Rolle zu spielen beginnt. Wenn man sich die einzelnen Positionen des palästinensischen Verbrauches ansieht, so fällt zunächst die Steigerung des Benzinverbrauches ins Auge. Wir haben es hier im wesentlichen mit einer Folge der zunehmenden Motorisierung des palästinensischen Verkehrs zu tun. Nach den amtlichen Ziffern, welche das Trade Department veröffentlichte1, hat sich der Bestand des Landes an Kraftwagen und Motorrädern folgendermaßen entwickelt: Anfang 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 400 600 891 1754 2306 2318 2627 2677 3186 3843 4381 6126 Stück Für Ende 1934 dürfte der Bestand des Landes an Kraftwagen und Motorrädern auf ungefähr 11.500 Einheiten anzunehmen sein. Es ist klar, daß die Wechselwirkung zwischen dem palästinensischen Verbrauch an Erdölderivaten und der Motorisierung des Verkehres vorläufig noch entscheidend für den bedeutendsten Teil des palästinensischen Erdölmarktes sein muß. Gewisse Verschiebungen innerhalb dieses Teiles werden aber mit fortschreitender Entwicklung nicht ausbleiben, sie zeigen sich schon heute. Einmal hat sich rein äußerlich schon die Art des Bezuges an Benzin geändert. Noch im Jahre 1929 haben wir beispielsweise etwa 99% Benzineinfuhr »verpackt« bezogen, nämlich in den bekannten 4-Gallonen-Kanistern aus Weißblech. Im Jahre 1933 betrug der Anteil dieser Verpackungen an unserer Gesamteinfuhr aber nur noch etwa 3%. Der überwiegende Teil des Materials kommt also jetzt in größeren Behältern ins Land, er wird entweder von der Zapfstelle direkt in den Wagen gefüllt oder der Kanister wird hier gefüllt. Das hat nun wieder zur Folge gehabt, daß unsere Einfuhr an Weißblech für die Herstellung dieser Kanister stark gestiegen ist. Wir haben hieran im 1. Halbjahr 1934 11.323 Tonnen im Werte von 23.433 Pfund eingeführt, gegen nur 126 Tonnen im Werte Commercial Bulletin Nr. 3, März 1934.

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