Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Landwirtschaftliche Erziehung
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 73 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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zeigen, immer wieder den Fortschritt klarzumachen, den einzelne Siedlungen im Lande erreicht haben, und es wird letzten Endes auch darauf ankommen, ein allgemeines Weltbild zu vermitteln, in dem dieser landwirtschaftliche Beruf seinen ihm gebührenden Platz einnimmt. Liebe zur Kleinarbeit, hervorgerufen durch Kenntnis der großen Linien, das ist die Forderung. Diese letzte Forderung wird auch gelten bei der Erziehung zum zionistischen Siedler. Natürlich wird hier vorausgesetzt, daß eine Erziehung zum Zionismus, das heißt zur Wiederbelebung des jüdischen Volkes in Palästina, vorangegangen ist, sei es während der Schulzeit, sei es vor ihr. Auf alle Fälle wird sie auch während der Schulzeit nicht vernachlässigt werden können. Ben Schemen zählt zur Zeit 80 Schüler in der landwirtschaftlichen Schule. Sie sind in zwei Gruppen zu je 40 Schülern eingeteilt. Jeder einzelnen Gruppe steht ein Erzieher vor, der sich um die Erziehung bemüht. Gemeinsam mit ihm werden Zeitungen und palästinensische Lektüre gelesen, werden die palästinensischen Lebensprobleme besprochen. Auf diese Weise wird es erreicht werden, daß der Einzelne seinen Platz im Aufbau Palästinas sieht. Er soll von Anfang an wissen, daß er Kenntnisse für sein zionistisches Siedlertum erhält. Die landwirtschaftliche Schule muß von Anfang an sich darauf beschränken, hauptsächlich Kenntnisse dieser Art zu vermitteln. Allgemeine Vorbereitung für irgendein ausländisches Universitätsstudium ist nicht unsere Sache. Die Menschen, die bei uns erzogen werden, müssen von Anfang an wissen, daß sie hier theoretisch-praktische Kenntnisse für ihre Tätigkeit erwerben. Ist ein Schüler besonders für ein Universitätsstudium begabt, so wird es für ihn verhältnismäßig immer leicht sein, sich dazu umzustellen. Aber die große Menge muß hauptsächlich Kenntnisse für die Ansiedlung in Palästina erhalten. Aber auch hier möchte ich noch eine weitere Einschränkung machen. Siedler heißt meiner Meinung nach der selbstarbeitende Mensch. Das bedeutet nicht, daß er von Anfang an hier auf Forderungen, wie der ausschließlichen Eigenarbeit ohne fremde Hilfe festgelegt wird. Dieses Prinzip gilt in den Moschawim Owdim und den Kwuzoth der Histadruth. Nicht von dieser Seite möchte ich an das Problem herangehen. Es handelt sich hier für mich darum, klar auszudrücken, daß der Siedelnde seinen Beruf so auffassen muß, daß er in seiner Wirtschaft auch rein körperlich tätig ist. Die Erziehung zum Agronomen, der einen großen Betrieb verwaltet, scheide ich hier aus klarer Erkenntnis aus. Es handelt sich nicht um Wertung, es handelt sich rein praktisch darum, daß, je verschwommener das Ziel ist, es um so weniger für eine Jugend lockend und erreichbar ist. Geht der einzelne Schüler, nachdem er die landwirtschaftliche Schule in Ben Schemen beendet hat, in einen Moschaw Owdim oder in eine andere kleine Siedlung, so ist es klar, daß dieser Betrieb so klein gestaltet werden soll, daß seine Arbeitskraft einen großen Teil aller Handarbeiten bewältigen kann. Tritt ein anderer Schüler aber in eine Kwuzah ein, so kommt er in eine große Wirtschaft. Hier wird unsere Forderung tausendmal wichtiger und wesentlicher. Die Wirtschaft darf nicht so eingerichtet werden, daß einzelne Leiter da sind und die