Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Landwirtschaftliche Erziehung
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 74 (sequence 6)
- Language
- German
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anderen die ausführenden Arbeiter. Diese Teilung ist nur in privaten Betrieben möglich. In der Kwuzah muß die große Menge alle Probleme besprechen und beschließen, denn eine disziplinierte Leitung und die sinnvolle Ausführung der gefaßten Beschlüsse durch den Einzelnen setzt große Kenntnis bei ihm voraus. Sind zuviel nicht genügend vorgebildete Kräfte vorhanden, so wird sich dieses Ziel nicht erreichen lassen, und es wird dann entweder dazu kommen, daß einer als Agronom leitet, oder daß ein wüstes Tohuwabohu herrscht. In der Praxis gibt es heute Kwuzoth, wo ein verständnisvolles Mitarbeiten der Genossen eine sachgemäße Leitung der Wirtschaft gewährleistet. Daß die Schüler Ben Schemen's, wenn sie in die Kwuzoth gehen, sich hier gut einfügen und fähig sind, sich an Ausbau und Leitung mitzuarbeiten, ist Wunsch und höchstes Ziel der Anstalt. Der Einzelne muß lernen, die ganze Wirtschaft zu übersehen, seine Kenntnisse im täglichen praktischen Kleinbetrieb anzuwenden, muß auch bereit sein und verstehen, diese auszuführen. Aus seinen theoretischen Kenntnissen seine Berufsfreude zu erhalten, das heißt zu verstehen, weshalb er jede einzelne Arbeit macht, sie einordnen zu können in die großen Richtlinien seiner landwirtschaftlichen Erkenntnisse, das ist die Forderung. Sicher muß er darüber hinaus die Probleme der palästinensischen Landwirtschaft verstehen und muß den festen Willen haben, in seiner Wirtschaft für den großen Aufbau mitzuarbeiten. Alle diese Erziehungsforderungen sind schwer. Ihre Verwirklichung im täglichen Leben Ben Schemen's ist tausend Hindernissen ausgesetzt. Trotzdem kann man auch bei großer Vorsicht sagen: Die Arbeit in der landwirtschaftlichen Schule Ben Schemen ist auf dem richtigen Weg. Bevölkerungsbewegung Von Dr. Hillel Schachtel, Haifa. Das »Department of Health«, die RegierungsabJteilung für das Gesundheitswesen in Palästina veröffentlicht einen Jahresbericht für das Jahr 1933, der auf 110 Folioseiten ein großes Material bringt, dem nicht nur Mediziner und Hygieniker, sondern alle, die an Palästina ein Interesse haben, überaus viel entnehmen können. Von besonderer Bedeutung wird gerade dieser amtliche Bericht durch die wohl erstmalige Möglichkeit der Konstatierung einer für uns wichtigen Stufe der Entwicklung aus offiziellen Zahlen. Kritiker des jüdischen Aufbaus Palästinas haben gegen diesen häufig etwas ins Feld geführt, was auch dem wohlwollendsten Beobachter nicht entging und ihn mit Sorge erfüllte, wenn diese ihn auch nicht dem Wollen jener Kritiker entsprechend veranlaßte, die Waffen zu strecken und etwa,zu resignieren. Das war jene unbestreitbare Tatsache, daß der Geburtenzuwachs bei der arabischen Bevölkerung des Landes ein so unverhältnismäßig großer ist und selbst bei Berücksichtigung der stets sehr hohen Sterblichkeitsquote für Kinder eine so große Vermehrung ihrer Zähl bedeutet, daß man "annehmen mußte, daß sie dem Jischuw an Zahl