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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 72

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Landwirtschaftliche Erziehung
Date
1935-02-01
Page
Seite 72 (sequence 4)
Language
German
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Fach arbeiten, regelmäßig in jeder Woche mit dem Leiter dieses Arbeitszweiges zusammenkommen, um die Arbeit für die nächste Woche zu besprechen« So wird garantiert, daß der einzelne Schüler sich verantwortlich fühlt. Zwischen wirtschaftlichem Betrieb und Lehrbetrieb muß man streng scheiden. Der Schüler muß die Verantwortung für das Gelingen seines landwirtschaftlichen Betriebes spüren. Darüber hinaus kann er Versuche machen. Aber dies muß rein voneinander getrennt sein. Dasselbe Prinzip gilt für den Unterricht. Der Schüler muß sich erstens verantwortlich fühlen für den Unterricht und den Fortschritt der Klasse. Ein dozierender Lehrer wird ein gewisses Interesse erwecken, aber nicht mehr. Die Klasse mit all ihren Schülern muß sich verantwortlich fühlen, muß darüber nachdenken, wie und was zu bessern ist, und verantwortliche Kritik am Lehrer wie am Schüler üben. Die Klasse muß in eigener Arbeit sich den Stoff erwerben, die Probleme, vom Lehrer angeschnitten, müssen aufgeteilt und von Schülergruppen bearbeitet werden. Jede Schülergruppe hat dann das Erarbeitete den anderen Schülergruppen vorzutragen. Diese Aktivität garantiert allein, daß der Schüler tatsächlich den Stoff erwirbt. Es ist besser, die Menge dessen, was gelernt werden muß, zu beschränken, als dem Schüler so viel Stoff vorzusetzen, daß er sich ihn nicht richtig erarbeiten kann. Die Verwirklichung dieses Unterrichtsprinzips ist ungeheuer schwer. Speziell in einer landwirtschaftlichen Schule ist hier viel unerpfobt. Auch das Fehlen von hebräischer Fachliteratur stellt eine große Erschwerung dar. Trotzdem merkt man den Fortschritt. Als Beweis dafür kann ich die Prüfungen anführen. Diese werden nicht mehr in veralteter Weise abgehalten, indem nach Auswendiggelerntem gefragt wird, sondern der einzelne Schüler hat sich zwei schriftliche Arbeiten zu wählen über ein allgemeines Thema, wie zum Beispiel »Errichtung eines Kuhstalles im Emek« oder »Die Frage der verschiedenen Vorfrüchte für Getreide« usw. Außer diesen beiden schriftlichen Arbeiten bekommt der Schüler in jedem Fach eine Reihe von Fragen vorgelegt, auf die er sich schon ein paar Tage vorher vorbereiten kann. Als typische Frage wäre hier zum Beispiel folgende zu nennen: Wenn ein Brunnen 30 Kubikmeter Wasser pro Stunde gibt, was kann eine Wirtschaft in der und der Größe damit anfangen, welche Futter fläche bestellen, wieviel Kühe halten usw. Eine andere Frage wäre: Wenn eine Kuh so und soviel Liter Milch gibt und die Wirtschaft so und soviel Rauhfutter stellt, die Futterration auszuarbeiten. Wahrend der Prüfung kann der Schüler all das Material benützen, das er auch sonst im täglichen Leben benützen würde: Tabellen usw. Das Problem ist noch nicht gelöst, aber man ist auf dem Wege dahin, das Ziel ist klar und eindeutig: Statt auswendig zu lernen, sich Kenntnisse zu erarbeiten und sie so zu beherrschen, daß man sie jederzeit anwenden kann. Schwerer ist schon zu erklären, wie man zu einer Berufsverbundenheit erziehen kann. Es ist selbstverständlich, daß nur lehren soll, wer selbst sich in seinem Beruf hundertprozentig zu Hause fühlt. Aber dies genügt nicht. Es gehört noch dazu, viele Beispiele an Palästina zu

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