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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Landwirtschaftliche Erziehung
Date
1935-02-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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Kleinen wahrnimmt, und es wird auf der anderen Seite darauf ankommen, daß er nicht diesen großen Richtlinien nachträumt, sondern daß er sich freut und glücklich ist, sie in seinem kleinen alltäglichen Leben zu sehen. Da es aber anderseits zu einer argen Verflachung führen würde, wenn ein Schüler in gleich starker Weise all die vielen Fächer der Landwirtschaft erlernen will, so hat Ben Schemen für seine zweijährige Ausbildung folgenden Weg gesucht: Der einzelne Schüler wählt sich ein Hauptfach und ein Nebenfach und arbeitet in diesen beiden Fächern in jedem Jahr acht Monate. Speziell natürlich in den Zeiten, in denen in diesen Fächern Saison ist. Den Rest seiner Zeit teilt er zwischen Hausarbeit und Arbeit in den anderen Fächern, die sich fast nur auf ein Kennenlernen beschränken muß. Auf diese Weise wird zweierlei erreicht: der Schüler hat ein Hauptfach, kann darin etwas und weiß anderseits aber auch etwas in seinen Nebenfächern. Theoretisch nimmt er am Unterricht aller Fächer teil. Der landwirtschaftliche Betrieb darf nicht zu groß sein. Der Zögling, der hier lernt, muß alles verstehen, alles erfassen können und darüber hinaus muß er seine Arbeit als wichtig für die Wirtschaft verstehen. Natürlich darf die Wirtschaft auch nicht allzu klein sein. Vor allen Dingen muß das Extrem vermieden werden, daß der Schüler irgend etwas gezeigt bekommt, ohne daß dieses Gezeigte eine bestimmte wirtschaftliche Bedeutung für die Wirtschaft hat. Eine reine Demonstration wird allzu leicht vom Schüler nicht ernst genug genommen, ist eben nur Theorie, die sich nicht im praktischen Leben erprobt. Ben Schemen fühlt die Pflicht, seine Wirtschaft noch zu vergrößern, besonders in den Fächern Ackerbau und Garten. Ein Hindernis war hier das Fehlen von Wasser. Es ist beschlossen worden, in diesem Jahre eine neue Bohrung vorzunehmen, die genügend "Wasser liefern wird, so daß sich auch diese beiden Zweige so groß werden anlegen lassen, wie es einer landwirtschaftlichen Schule entspricht, und wie die anderen Zweige bereits ausgebaut sind. Auf der anderen Seite aber komme ich darauf zurück, daß ein Riesenbetrieb zu groß ist für den lernenden Schüler. Wie gesagt, er muß alles verstehen und auch vor allen Dingen sich selbst verantwortlich fühlen für den Zweig, in dem er arbeitet. Dieses Verantwortungsgefühl, das im Riesenbetrieb leicht verloren geht, wo der Einzelne nur eine Nummer ist, bringt ihn im nicht zu großen Betrieb immer wieder dahin, sich zu fragen, ob seine Arbeitseinteilung die richtige, ob seine Arbeit tatsächlich sachlich und nützlich war usw. Natürlich brauchen wir uns das nicht so vorzustellen, als ob ein Junge im Alter von 14—16 Jahren nun an nichts weiteres denkt, als an diese seine verantwortliche Arbeit. Trotzdem ist es in starkem Maße richtig. Man muß dafür sorgen, daß zumindest die Arbeitseinteilung und die Besprechung, die Kritik der geleisteten Arbeit mit den Schülern zusammen vorgenommen wird und alle diese Grundforderungen sind, immer wieder und wieder sei es gesagt, nur in einem nicht zu großen Betriebe möglich. Zur Unterstützung dieser Lehrweise (Methode) haben wir in Ben Schemen die Einrichtung, daß die Schüler, die in einem bestimmten

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