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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 70

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Landwirtschaftliche Erziehung
Date
1935-02-01
Page
Seite 70 (sequence 2)
Language
German
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zum Teil auf die Erfahrungen der hiesigen Landwirtschaft stützen. Es wird also nötig sein, daß jeder Einzelne, der hier produktiv am Aufbau der palästinensischen Landwirtschaft mitarbeitet, theoretisch viele Dinge weiß, die er in einem Land mit schon entwickelter Landwirtschaft vielleicht praktisch einfach am Vorhandenen absehen könnte. Die Gefahr, daß man nur rein theoretische Kenntnisse vermittelt, ist für den jüdischen Schüler besonders groß. Es bleibt zu befürchten, daß dann der landwirtschaftliche Beruf für ihn ein rein theoretischer ist, ein Beruf, den man studieren kann, während es für uns gerade nötig ist, daß theoretische und praktische Kenntnisse vorhanden sind. Auf diese Weise wird das jüdische Volk wieder eine normale Berufsschichtung erhalten und nicht nur eine kleine Schicht von kolonisierenden, theoretisch bewanderten Farmern sein. In Ben Schemen hat jeder Schüler einen halben Tag am theoretischen Unterricht teilzunehmen, während er die zweite Hälfte des Tages — vier Stunden — praktisch in der Landwirtschaft arbeitet. Die beiden anderen Ziele sind: Die Verbundenheit mit dem Beruf und die Erziehung zum zionistischen Siedler. Der Schüler, der hineingestellt wird in diese Erziehung, er muß sich zurechtfinden können. Die Erziehung darf nicht zu weit gefaßt und nicht zu eng sein. Er darf nicht irgendeinem allzu fernen Ziel nachstreben, das er nur in unklarer Verschwommenheit von weitem sieht, auf der anderen Seite aber muß auch vermieden werden, daß eine allzu große Enge ihn von Anfang an niederdrückt. Sein Ziel darf nicht sein, allgemein Landwirtschaft zu lernen, sein Ziel muß „klarer umrissen werden. Sein Ziel muß heißen: palästinensische Landwirtschaft. Allerdings darf es hier keine zu großen Beschränkungen geben, und wir müssen ein amerikanisches System, das den Einzelnen nur in einzelnen Berufsfächern unterweist, zum Beispiel Horticulture, von Grund auf ablehnen. Dieses vermittelt tatsächlich Kenntnisse, als wäre es irgend ein Geschäft und nicht ein Beruf. Das Berufsgefühl gegenüber der Landwirtschaft kann der Schüler nur dann bekommen, wenn er ein allgemeines Bild von dem ganzen Beruf erhält. Er muß wissen, wie es in jedem einzelnen Zweige aussieht, er muß die Analogie zwischen den einzelnen Zweigen erfassen, und wenn wir uns auch sagen können, daß es oft im späteren Leben so sein wird, daß jemand nur in einem einzelnen Fach, zum Beispiel Pardess, tätig ist, so müssen wir doch betonen, daß es sehr wohl für die Betätigung in einem Fach wichtig ist, wenn er Analogien aus anderen Fächern heranziehen kann, wie aber vor allen Dingen, daß es, abgesehen vom Erwerb für sein Leben, in seinem Beruf von ausschlaggebender Bedeutung sein wird, daß er ein großes Bild hat, das ihm in seiner Weite die Möglichkeit gibt, die großen Linien landwirtschaftlicher und allgemeiner Entwicklung zu sehen. Ich stelle mir unter diesen großen Linien hier zum Beispiel Vererbungslehre, Mutations- und andere Gesetze vor, die jeder einzelne auch im Kleinen immer wieder erleben und beobachten kann. Gerade darauf wird es nämlich ankommen, daß der Einzelne die großen Richtlinien kennt und daß er sie soweit beherrscht, daß er sie auch im

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