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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 61

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Stadt und Land in Palästina
Date
1935-02-01
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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stelle, die nach wie vor das Ideal der meisten Arbeiter Palästinas ist-, oder zumindest für eine Wohnung in einer der Wohnanlagen der Histadruth zusammenzubringen. Tatsächlich ist auch die Spartätigkeit bei den Spar- und Kreditgenossenschaften außerordentlich stark und die Abhebungen erfolgen größtenteils zu den angeführten Zwecken. Es ist also ein grundsätzlich durchaus begrüßenswertes Streben, das die Landarbeiterschaft in die Städte treibt, zumal da die nationalen Fonde in den letzten Jahren aus Mangel an genügenden Mitteln nicht in der Lage waren, ihr den Boden und die Kredite zur Ansiedlung auf dem Lande zur Verfügung zu stellen. Es sei zum Beispiel nur darauf verwiesen, daß fast die gesamte bisherige Besiedlung des Emek Hefer ohne Unterstützung durch den Keren Hajessod erfolgen mußte. 3* Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung* Gerade diese Feststellungen weisen aber auf das richtige Mittel hin, um der Landflucht zu steuern und die Ansiedlung neu zugewanderter Nichtkapitalisten in den ländlichen Gebieten zu fördern: Beschaffung g eeigneter Boderiflächen in der Nähe der .Kolonien und Bereitstellung der notwendigen Kredite, um zweckmäßige, den Wohn- und Kulturbedürfnissen der jüdischen Arbeiter entsprechende Siedlungen von Kleinwirtschaften zu schaffen, deren Ertrag durch landwirtschaftliche Lohnarbeit ergänzt werden kann. Die planmäßige und umfassende Durchführung dieser Maßnahme würde zweifellos nicht nur die Landflucht am wirksamsten bekämpfen, sondern auch der Stadt viel von ihrer Anziehungskraft nehmen und die Überführung städtischer Bevölkerung auf das Land erleichtern. Parallel damit muß aber auch die ununterbrochene Ausbreitung und Intensivierung der gemischten Landwirtschaft vorgenommen werden. Diese Forderung ist nicht nur in der Tatsache begründet, daß die gemischte Landwirtschaft weit mehr Menschen aufnehmen und ernähren kann als die Pardeßwirtschaft, sondern auch in der unbedingten Notwendigkeit, das gewaltige Defizit der Nahrungsproduktion, das Palästina gegenwärtig aufweist, energisch zu vermindern. Die agrarische Handelsbilanz Palästinas ist zwar rein ziffernmäßig ziemlich ausgeglichen: Im Jahre 1933 stand einer Einfuhr im Werte von £P 2,426.000.— eine Ausfuhr von £P 2,246.000.— gegenüber. Da aber von dieser Ausfuhr nicht weniger als 2.1 Millionen auf den Zitrusexport entfallen, ergibt es sich, daß noch immer ungeheure Mengen von Nährungs- und Genußmitteln eingeführt werden, von denen ganz zweifellos ein sehr

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