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Palästina · 1935-01-01 · Heft 1 (Januar 1935) · p. Seite 29

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 1 (Januar 1935)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1935-01-01
Page
Seite 29 (sequence 4)
Language
German
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9700, von denen freilich 1200 bereits vorgegessenes Brot'sind. Immerhin ist dies die höchste Ziffer, die jemals gegeben wurde. Bei einer Jahresziffer von 16.000 Zertifikaten kann man mit einer Einwanderung von 25.000 ausschließlich auf Zertifikat rechnen, so daß sie zusammen m5j€ den anderen Kategorien mindestens mit 40.000, vielleicht aber bis zu 50.000 anzunehmen ist. Dies ist, wenn man alle objektiven Umstände gerecht beurteilt, eine enorme Ziffer, und das kleine jüdische Nationalheim wird viel zu tun haben, diese Menschen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geistig zu verdauen. Im Zusammenhang mit all diesen Fortschritten hat sich auch die politische Position der Juden gebessert. Nach den scharfen Angriffen, die von einigen Monaten in der jüdischen Presse gegen England üblich waren, scheint eine Besinnung und eine gewisse Mäßigufng eingetreten zu sein. Die fundamentale Erkenntnis, daß jmr durch Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht das. Nationalheim entwickelt werden kann, kehrt bei einem Teil der jüdischen Öffentlichkeit wieder zurück. Erleichtert wurde diese Entspannung durch die Verschiebung des Projektes eines Gesetzgebenden Rates. Dieser leidige Punkt kehrt immer von Zeit zu Zeit auf die Tagesordnung zurück. Bei der letzten Urlaubsreise des High Commissioners wurde mit Bestimmtheit erwartet, daß er diese Angelegenheit zu einem Abschluß bringen wird. Daß sie wieder vertagt wurde, mag in erster Linie an den Vorstellungen liegen, die in London von der Exekutive und von anderen jüdischen Stellen erhoben wurden. Beigetragen haben mag auch das Resultat der letzten Stadtratswahlen in Jerusalem. Hatte doch England immer erklärt, daß es das Funktionieren des Munizipalitäten-Gesetzes abwarten will, bevor es an die Errichtung des Gesetzgebenden Rates herantritt. Die Niederlage des von der Regierung begünstigten bisherigen. Bürgermeisters Naschaschibi, die bei dieser Gelegenheit offen zutage getretenen scharfen Konflikte und Rivalitäten im arabischen Lager, die Unregelmäßigkeiten, fast kann man sagen Korruption, im Jerusalem-Stadtrat, das alles ist ein wenig günstiger Nachweis für die Fähigkeit zur Selbstverwaltung. Wie die Sache weiter verlaufen wird, läßt sich nicht vorhersagen. Sicher ist aber, daß die Vertagung der Verfassungsreform von den Juden als Erleichterung bewertet wird und daß daher auch dies als ein Erfolg der Exekutive gewertet werden kann. Eine der Hauptsorgen der Exekutive ist immer noch die Herstellung des Friedens im eigenen Lager und im Zusammenhang damit die Vorbereitung des nächsten Kongresses. Die klügeren Köpfe aller Parteien sagen sich, daß eine Wiederholung der Vorgänge - des letzten und zum Teil vorletzten Kongresses unmöglich ist. Will man dies vermeiden, so gibt es nur zwei Wege: entweder die Revisionisten zur Disziplin und regulären parlamentarischen Arbeit zu bringen, oder sie aus der Organisation und damit aus dem Kongreß auszuschließen. Obwohl die Revisionisten selbst sich bekanntlich neben die Zionistische Organisation gestellt und von ihr unabhängig erklärt haben, hat doch die große zionistische Mehrheit davor zurückgeschreckt, die Doppelmitgliedschaft in den beiden parallelen Organisationen zu verbieten. Trotz allen Drohungen ist man nicht weitergekommen. So wurde denn der Weg der Verhandlung beschritten. Anläßlich der Anwesenheit der zentralen Figur der Palästina-Exekutive, Ben Gurion, der gleichzeitig Präsident der Histadruth ist, in London, kam es zu Besprechungen zwischen ihm und dem Führer der Revisionisten, Jabotinsky. Zunächst wurde ein Abkommen abgeschlossen,

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