Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Zur Technik der palästinensischen Aussenhandelsstatistik
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 4)
- Language
- German
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werden. Glaubt man wirklich das damit zu erreichen, daß man dem englischen und dem palästinensischen Kaufmann und Industriellen als Informationsquelle eine Statistik in die Han<d gibt, die einmal viel zu spät herauskommt und zweitens in der oben angedeuteten Weise vergröbert und verschlechtert worden ist? Man wird mir hierauf vielleicht antworten, es käme ja nur auf die „wichtigsten Positionen" an. Aber was heißt in diesem Zusammenhange „wichtig"? Das kann das Trade-Departement ja auch nur zu einem sehr geringen Teil beurteilen. Und gerade eine Position kann plötzlich wichtig werden, wenn der Kaufmann oder Industrielle hier im Lande aus der statistischen Erfassung derselben irgend eine Anregung schöpft oder auch der Kaufmann oder der'Industrielle in England oder in irgend einem anderen Lande der Welt. So aber, wie die Statistik im „Blue Book" jetzt ist, vermittelt sie nur ganz nebelhafte und damit falsche Eindrücke, und das ist die große Gefahr, die diese Art der Behandlung unserer Außenhandelsstatistik in sich trägt. Im übrigen beschränken sich ja die Dinge nicht nur auf das „Blue Book", sondern auch auf die Quartalsstatistik des „Commercial Bulletin". Diese hat auf der Einfuhrseite ungefähr 550 Positionen. Sie hatte diese Anzahl von Positionen aber auch schon, als der Außenhandel Palästinas auf der Einfuhrseite ganz wesentlich kleiner war als jetzt. Das heißt mit anderen Worten, daß die in jeder sachgemäß angelegten Statistik nach Möglichkeit zu vermeidenden Sammelpositionen zur Zeit einen weit höheren Umfang haben als früher, das heißt aber auch, daß diese Statistik sich gataz wesentlich verschlechtert hat. Im Quartal 1933 entfiel beispielsweise durchschnittlich auf jede einzelne Position der Einfuhrstatistik die im „Commercial Bulletin" veröffentlicht wird, ein Betrag von 2760 £! Im 2. Quartal 1034 entfiel auf die einzelnen: Positionen dagegen im Durchschnitt ein Betrag von nicht weniger als 7000 £.! Schon hieraus allein läßt sich ermessen, wie wenig unsere Statistik der „Quarterly Imports", wie sie im „Commeircial Bulletin" veröffentlicht wird ~- und das, wie gesagt, viel zu spät! — mit de|r Entwicklung mitgegangen ist und wie dringend sie der Reform bedarf. Wir haben, auch wenn wir den Begriff einer sachgemäßen Einteilung noch so weitherzig auslegen, in der Statistik für das 1. Quartal 1934 mindestens 68 Positionen mit einem Gesamtwert von 622.000 £ auf unserer Einfuhrseite gehabt, mit denen man überhaupt nichts anfangen kann, weil sie eben Sammelpositionen sind, die gar nichts besagen, die aber anderseits rund 30 o/o des Gesamtwertes unserer Einfuhr in dem genannten Quartal umfaßten. Zwei Jahre früher, im 1. Quartal 1932, war die Lage viel günstiger, denn damals haben diese statistisch völlig wertlosen Sammelpositionen nur einen Gesamtwert von 197.000 £ umfaßt und das waren seinerzeit nur 12o/0 unserer Gesamteinfuhr. Das beweist also ganz klar, daß unsere Vierteljahrsstatistik, einfach weil sie stehen geblieben ist und sich! kaum entwickelt hat, zumindest relativ schlechter geworden ist. Es scheint mir, daß auf diese Verhältnisse einmal mit aller Eindringlichkeit hingewiesen werden muß, um wenigstens nach außen hin eine Erklärung dafür zu schaffen, warum in Palästina manche scheinbar auf der Hand liegenden industriellen und kommerziellen Möglichkeiten nicht auszunutzen gewagt werden. Das liegt einfach «daran, daß sich wirklich beweiskräftige Unterlagen für den Umfang des Absatzes von unendlich viel Artikeln im Lande infolge unserer mangelhaften Außenhandelsstatistik nicht geben lassen, und es ist klar, daß ein Mensch, der sein Geld investieren will, genaue Unterlagen dieser Art ver-