Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Zur Technik der palästinensischen Aussenhandelsstatistik
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 5)
- Language
- German
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langt. Insofern bildet diese Mangelhaftigkeit ein sehr arges Hemmnis unserer wirtschaftlichen Entwicklung, aber sie trägt auch große Gefahren in einer anderen Beziehung in sich: wir wissen tatsächlich nicht, wo wir auf sehr wichtigen Gebieten wirtschaftlich stehen, unser Außenhandel ist seiner mengenmäßigen Zusammensetzung nach auf unendlich viel Gebieten ein völliges Rätsel, und deshalb ist es auch außerordentlich schwer, uufcsere Konjunkturlage wirklich zu analysieren. Jugendalijah und Berufserziehung. Von Martin Scheftelowitz, Berlin. In vielen Berichten aus Palästina wird darüber geklagt, daß unsere Jugendlichen, die sich in der Galuth auf H achschar ah befinden, nur eine oberflächliche und keineswegs hinreichende Ausbildung erhalten und daher in Erez Israel, wenn sie auf ihrem Arbeitsplatz ihren Mann stellen sollen, mehr oder weniger versagen. Der Hachscharah kann hieraus aber kein Vorwurf gemacht werden, wenn man davon absieht, daß die Ausbildungszeit meist viel zu kurz ist und das Absolvieren der Hachscharah von vielen Teilnehmern oft nur als notwendiges Uebei zur Erlangung des Zertifikates und nicht als Mittel zur Aneignung praktischer, positiv verwertbarer Kenntnisse im Berufe angesehen wird. Es kommt hinzu, daß, wenn es der Hachscharah wirklich möglich wäre, qualifizierte Facharbeitskräfte heranzubilden, sie, abgesehen von sonstigen gesetzlichen Beschränkungen, ihre Aufgabe, Jugendliche für Palästina vorzubereiten, vielfach überhaupt nicht mehr erfüllen könnte, weil für Facharbeitskräfte in vielen Ländern — wie beispielsweise auch in Deutschland seit etwa zwei Monaten — ein generelles Auswanderungsverbot besteht. Infolgedessen kann keine Hachscharah in ihrer augenblicklichen Struktur die Aufgabe erfüllen, jemanden für einen bestimmten Beruf auszubilden; sie kann und will auch nur für einen bestimmten Beruf vor bilden. Wer aber vorgebildet ist, der ist nur angelernt, und dieses wäre hinreichend, wenn sich an die Ausbildung in der Galuth eine ordnungsgemäße mehrjährige Ausbildung in Palästina anschließen würde. Dann hätte die Hachscharah nur etwa den Sinn einer beruflichen" Eignungsprüfung und man köntnte sich in der Galuth mit einer kurzen und oberflächlichen Ausbildung begnügen. Gewiß werden sich mit dieser Lösung die Jugendbünde zunächst nicht einverstanden erklären, da die Hachscharah hierdurch zu einern gewissen Grade ihrer bisher dominierenden Stellung ent* kleidet würde; und dennoch werden wir auf eine der Hachscharah folgende planmäßige, zusätzliche Berufsausbildung auf die Dauer nicht verzichten können, soferne wir Qualitätsarbeiter und keine Outsiders heranbilden wollem.. Wir können aber nur erstklassig geschulte Qualitätsarbeiter gebrauchen, denn der Jude setzt sich bekanntlich nur dort durch, resp. wird rvur dort seine Position behalten, wo er imstande ist, mehr zu leisten, als sein nichtjüdischer, insbesondere arabischer Konkurrent. Es ist bedauerlich, daß dieses Problem im Taumel der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas zwar ständig in Berichten gestreift, aber dennoch nicht ernst geniug genommen wird; denn seine Tragweite ist um so bedrohlicher, als die Araber die Notwendigkeit der Organisation der Berufserziehung nicht nur bereits eingesehen haben, sondern, schon die praktischen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen. Es sei