Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Kultursiedlungen für Palästina [Nachricht]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 6)
- Language
- German
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Im allgemeinen werden die Zinshäuser so vermietet, daß das investierende Kapital netto 80/0 tragen soll. Dies entspricht einem Mietzins von IO0/0, d. h. unsere Wohnungen werden nur ein Drittel der normalen Miete kosten. IV. Die Realisierung. Die Baupläne für die erste Siedlung sollen so ausgearbeitet werden, daß die Ausführung in eineinhalb Jahren mit möglichst stabilem Arbeiterstand geschehen kann. Die Anfertigung der Baupläne, die Werbung der Arbeiter und der übrigen Wohnparteien, die Vorbereitung der Materialabschlüsse usw. benötigen weitere sechs Monate, so daß der erste Bau insgesamt zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Für die Arbeiter soll man transportable Wohnbaracken zur Verfügung stellen. Es ist nicht nur für die Arbeiter unH Ingenieure zu sdrgen, welche am Bau unmittelbar beteiligt sind. Unentbehrlich sind auch einige Aerzte und Pflegerinnen, Küchenpersonal, Handwerker für Kleider- und Schuhreparatur usw. Eine Bautischlerei und Schlosserei ist auch anzugliedern, da sich bei den in Frage kommenden Quantitäten die eigene Erzeugung unbedingt billiger stellt als der Einkauf und die Transportspesen. Alle Wohnungen und Existenzen sind auf dem Wege der zionistischen Organisationen im vorhinein zu vergeben. Dies würde bei dem heutigen Einwanderungsbegehren gewiß auf keine Schwierigkeiten stoßen. Als Treuhänder für die Geldgebarung und für die Durchführung der Arbeiten soll der Nationalfonds fungieren. Dieser müßte auch die bescheidenen Vorbereitungskosten für die Anfertigung der ersten Pläne vorschießen. Die Familien der Mitarbeiter und alle Nichtmitarbeitenden sollen erst in die fertige Wohnung ankommen. Sie sollen von Wohnungseinrichtung nur das Aüernotwendigste mitbringen. Die Tischlerei und Schlosserei des Hauses werden dann die Wohnungen praktisch, den modernen Kulturanforderungen und den örtlichen Verhältnissen entsprechend, einrichten. V. Die Zukunftsaussichten. Falls die ersten Erfolgsbeispiele die Auffassung bestätigen, daß die neuen Einwanderer die Ansässigen in keiner Weise stören, dann würde die englische Regierung hoffentlich einen stärkeren Zustrom zu lassen. Dies ginge um so leichter, da man die Mittel des Nationalfonds nur ganz wenig in Anspruch (nehmen müßte und dabei brauchten die Einwanderer auch viel geringere Eigenmittel als heute. Ein Objekt wird mit rund 1 Million Pfung vorgeschlagen. Die im Barfen zu leistenden Baubeiträge von 12 0/0 stellen sich also nur auf 120.000 Pfund für 600 bis 800 Familien. Es ist zweifellos, daß in solche Siedlunigen Einwanderungslustige sich in solcher Anzahl und mit solchen Kapitalien melden würden, daß sie auch den ganzen Baukredit selbst beistellen könnten. Sogar in diesem Falle wäre der Geldbedarf pro Familie nur ein Drittel der heutigen 1000 Pfund. Sobald das erste Haus bewohnbar wird, kommt die provisorische Baracke an eine neue Verwendungsstelle. Das erste Haus kann nun Bauteile (Parketten, Beschläge usw.) für die kommenden erzeugen^ um dadurch das Geld für die für sie notwendigen Importwaren zu verdienen. Falls schon mehrere Häuser bestehen und die Aktion einen größeren Umfang annimmt, dann