Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Kultursiedlungen für Palästina [Nachricht]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
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nach Befriedigung der materiellen Bedürfnisse — in der Wissenschaft und Kunst auf eine bisher nie gekannte Höhe emporschwingen. Gelänge es aber, die Exporte zu steigern und dadurch die Arbeitskraft besser zu verwerten, dann würde auch eine beispiellose Steigerung des materiellen Wohlstandes eintreten. Hierüber wird. später noch ausfuhrlicher gesprochen werden. Die Frage, ob die Einwohner einer Siedlung in Vermögensgemeinschaft leben oder jeder das Entgelt nach seiner Leistung erhalten soll, lasse ich hier absichtlich offen. Ich will weder für noch gegen die subjektiven Gefühle einer politischen Partei eintreten. Ich bin jedoch überzeugt, daß diese Frage überhaupt nicht so wichtig ist und die Praxis zwischen den Erfolgen beider Systeme gar keine großen Unterschiede aufweisen kann. III. Die Finanzierung. Unsere Aufgabe ist e3, die vorhandenen Mittel des Nationalfonds und der Bewerber, sowie auch die erzielbaren Bankkredite bestens auszunützen und mit ihrer Hilfe möglichst viele Familien mit Wohnung und Existenz zu versorgen. Hierzu dienen eine Reihe von Ersparungsmaßnahmen, die einerseits auf organisatorischem Wege und anderseits durch die empfohlene Bauweise (ein einziges Hochhaus statt 500 bis 1000 Einzelhäuser) erzielt werden können. Weiters wird der Geldbedarf noch dadurch reduziert, daß die Arbeiter einen großen Teil ihres Lohnes kreditieren, wie dies nachstehend unter 5. ausführlich erörtert wird. A. Die Analyse des Bauwertes. Dieser Begriff ist im allgemeinen ziffernmäßig mit den Baukosten identisch. Der Bauwert bleibt jedoch unverändert, wenn wir mit Hilfe unserer Methode gewisse Ersparungen erzielen. Unter den Kosten werden hier alle Ausgaben für Grund und bauliche Errichtungen einschließlich Meliorierung des Bodens und die Zufahrtstraßen verstanden. Wenn der Wert des ganzen Objektes 100% beträgt, so lassen sich bei den Ausgaben die folgenden Positionen ersparen: 1. Die Differenz zwischen der alten primitiven Bauweise der Einfamilienhäuser gegenüber der heutigen rationellen Bauart läßt sich laut detaillierter vorsichtiger Berechnungen mit 12o/o einsetzen. 2. Das Unternehmerrisiko wird nie unter 10 o/o kalkuliert. Es ist klar, daß in unserem Falle für den Bau und für die weitere Verwertung des Objektes kein Risiko besteht. 3. Der Unternehmergewinn wird mit 10% gewiß bescheiden eingesetzt, überhaupt dann, wenn wir auch die verschiedenen Vermittlerprovisionen dazurechnen, welche jedoch in unserem Falle nicht in Betracht kommen. 4. Die Intercalarzinsen, die einen so großen Bau von den ersten Ausgaben bis zum Ertragsabwurf belasten, werde/n mit mindestens 5% der Kosten gerechnet. Bei uns beträgt jedoch der Geldbedarf nur ein Fünftel, so daß 4 o/o auch hier erspart bleiben. 5. Der Lohnanteil auf dem Bauplatze beträgt 42%. Dieser wird den Arbeitern nicht sofort, sondern folgendermaßen ausbezahlt: zuerst erhalten sie nur eine Naturalverpflegung und Wohnung in den provisorischen Baracken, Der Rest wird jede Woche gutgeschrieben tind. mit 4o/o verzinst. Diese Forderung kann man später als Baubeitrag bei der Erwerbung einer Wohnung oder als Zinsvorauszahlung verwerten. Selbstverständlich sind die Forderungen auch