Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Kultursiedlungen für Palästina [Nachricht]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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au/ch diese wiejrden wenig grobe Arbeit leisten, da diese den Maschimen überlassen wird. Die Leute werden als Verwalter, Lebensmittelchemiker, Traktorenführer usw. verwendet. Solche Tätigkeiten fallen ihnen leichter als die grobe i^rbeit. Bei einer auf der Höhe stehenden Bewirtschaftung genügen 10.000 Dunam Boden, um die 3000 Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. (Die Beschaffenheit des Bodens ist in Palästina sehr verschieden. Es gibt Fälle, wo 18 Dunam für eine fünf köpf ige Familie genügen, ein anderesmal bei gemischter Wirtschaft fern der Stadtgrenzen braucht man aber bis 80 bis 100 Dunam. Es gibt jedoch viele unfruchtbare Gebiete, wo in dem heutigen Zustand der Anbau unrentabel ist. Uns schwebt jedoch eine Landwirtschaft vor, die in jeder Beziehung auf der Höhe steht und sich sämtliche Fortschritte der heutigen Wissenschaft und Technik zunutze macht. Mit Anwendung von künstlicher Beregnung, Kunstdünger und Zuchtsamen wird man — wenn nicht sofort, so in einigen Jahren — das europäische Niveau erreichen, um so mehr, da für Experimente und Beobachtung eine große Anzahl von intelligenten und gebildeten Menschen zur Verfügung steht. Solange der gewünschte landwirtschaftliche Effekt nicht erreicht wird, wird die Siedlung vorübergehend die fehlenden Lebensmittel importieren müssen. Dies wird durch Exporte aus der Siedlung, durch Beschäftigung einzelner Bewohner außerhalb der Siedlung und durch eine anfangs bescheidenere Lebensführung ermöglicht. Wenn heute ein Kapitalisten-Einwanderer mit 1000 Pfund ins Land kommt, so hat er noch keine Gewähr dafür, daß er damit zu einer stabilen Existenz gelangt. Nach unserem Plan wird er jedoch mit viel weniger auskommen. Bei der Besorgung der Wohnlung und des Geschäftslokales erspart er mindestens die Hälfte, überhaupt dann, wenn wir in Betracht ziehen, daß die langwierige und kostspielige Suche entfällt. Die billige Miete, die gesicherte Existenz bedeuten noch größere Ersparnisse. So bleibt Geld für etwaige Lebensmittelimporte übrig. Falls eine Familie 100 Pfund für diesen Zweck besitzt, dann können dafür vier Personen Fleisch, Fett, Mehl, Zucker und die Kleinigkeiten (Kaffee, Tee, Gewürze) etwa vier Jahre lang anschaffen. (Hier wurden Engrospreise bei Versorgung für die ganze Siedlung berechnet.); Bei Erreichung mittlerer Ergebnisse einer besser geleiteten europäischen Landwirtschaft und infolge der bereits früher besprochenen örtlichen Versorgungen sind 90 o/o aller Bedürfnisse mittels der eigenen Arbeit der Siedlung direkt gedeckt. Die Siedlung ist zu 90 o/o autark und muß nur 10 o/o ihres Verbrauches „importieren". Mit anderen Worten: es genügt, wenn 10o/o der BewTohner entweder außerhalb der Siedlung einen Verdienst finden öden ihre Produkte aus der Siedlung exportieren können, um alle Mitglieder mit den vorhandenen Rohmaterialien und Industrieerzeugnissen zu versorgen und ihnen eine angenehme Lebensführung zu gewährleisten. Die Siedlung kommt also nur mit 10 o/o als Käufer und Verkäufer auf den Markt. (Dieser Markt wird in unserem Falle nicht der Inlandsmarkt, sondern fast ausschließlich der Weltmarkt sein, da die Siedlung fast alles, was man in Palästina erzeugen kann, für sich selbst produzieren wird.) Maschinelle und rationelle Arbeit vorausgesetzt, wird die Arbeitszeit immer mehr verkürzt und überhaupt die grobe Arbeit wird immer mehr erspart werden. (Vergleichen wir nur z .B. die Leistung eines landwirtschaftlichen Kutschers auf 3 bis 10 km schlechtem Feldwege mit der Leistung eines Traktorführers auf 1 bis 2 km guter Straße.) So kann sich der Mensch —