Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Neue Wege städtischer Siedlung in Palästina
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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werdein. Erfolgt die Auflösung aber mit deren Zustimmung, so gejht das Vermögen der Genossenschaft auf die Histadruth über. Es könnte noch die Frage aufgeworfen werden, ob auch! für die Siedlungen, die auf Nationalfonds- (Keren Kajemeth-)Boden errichtet werden, all diese Sieberungen nötig sind, und ob nicht der naitionale Boden an sich sehpn jede^ Spekulation ausschließt. Leider hat dite Erfahrung der letzten Jahre gezeigt;,; daß angesichts der ungeheuren Wertsteigerung des Bodens in den Städten; Palästinas, auch das Pachtrecht auf Nationalfohdsbö den zum Gegenstand der Spekulation geworden ist. In der Herzl-Stralße, in Hadar-Hacarmel, in Tel- Nordau in Tel-Aviv und an anderen Stellen wiird das Pachtrecht auf Keren Kajemeth-Böden so gehandelt, wie private Plätze und mit 1000.— pal. Pfund und mehr pro Platz bezahlt.*) Darum bildet auch auf nationalem Boden erst die Ueberführung des Pachtrechtes vom Einzelnen auf die Genossenschaft der Siedler eine wirkliche Sicherung gegen spekulative Weiterveräußerung. III. Ein Problem, das in den Arbeitersiedlungen eine besondere Rolle spielt, ist die Frage der Vermietung von Zimmern. In der Arbeiterschaft war ursprünglich eine;>arke Neigung vorhanden, die Weitervermietung von Zimmern in den Siedlungen gänzlich zu verbieten. Tatsächlich liegt hier > auch eine große; Gefahr vor. Bei den heute geltenden hohen Mieten, kann der Siedler leicht in Versuchung geführt werden, sich durch Weitervermieten von Zimmern ein arbeitsloses Einkommen zu schaffen. Das kann dann dazu ■ führen^ daß das Haus zu diesem Zweck vergrößert wird, weitere Zimmer und Wohnungen ausgebaut werden, bis aus dem Siedlerhaus ein Miethaus und aus dem Arbeitersiedler' ein Rentner geworden ist, der von den Mieteinnahmen dieses Hauses; lebt Solange das Privateigentum herrscht, ist es schwer., diese Entwicklung aufzuhalten. Einen gänzlich anderen Charakter bekommt das Problem in dem Augenblick, wo das Privateigentum in den Siedlulngen aufgehoben und die Häuser in das Eigentum der Genossenschaft übergehen. Damit wird die Untermiete in der Siedlung nicht nur ungefährlich, sondern aus vielen Gründen geradezu erwünscht: 1. Da die Miete in den Arbeitersiedlungen um 30 bis 60 o/o niedriger als in den Mietwohnungen ist, so hat eine sehr große Zahl von Arbeitern die Möglichkeit, billige Zimmer zu vermieten. 2. Diese) Arbeiter wohnen und leben damit in einer ihnen gemäßen sozialem Atmosphäre und in einer Umgebung mit reichem kulturellem Ldben 3. Die Arbeiter, die in den Siedlungen vorläufig zur Miete wohnen, haben die Möglichkeit sich langsam ihre eigenen , Siiedlerhäuser aufzubauen und einen Teil der nötigen Investierungen in Form von Arbeitsleistungen zu: ^machen. 4. Vor vielen Arbeitern steht die Frage, wie sie die günstigen Lebensverhältnisse der „Prosperity" ausnützen können, um sich etwas Bleibendes für die *) Bei dieser Spekulation auf KKL-Boden handelt es sich um Parzellen, die noch zu einer Zeit verpachtet wurden, in der keine Erfahrungen vorlagen und niemand die stürmische Entwicklung der Städte voraussehen konnte. Seither sind Kautelen gegen diese Spekulation geschaffen worden und auch die alten Verträge werden sukzessive revidiert. -— Die Red.