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Palästina · 1935-01-01 · Heft 1 (Januar 1935) · p. Seite 9

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 1 (Januar 1935)
Article
Neue Wege städtischer Siedlung in Palästina
Date
1935-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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min plötzlich vor der Möglichkeit stehen, mühelos zu Geld und Reichtum zu gelangen. Tatsächlich sind denn auch in den Arbeitersiedlungen in. Nord- Tel-Aviv, eine Reihe von Siedlungsplätzen zu spekulativen Preisen weiterverkauft worden. Wenn auch die Zahl dieser Fälle \klein ist — es handelt sich um etwa 10 Plätze von 400 — so sind doch die Folgen um so schwerer. Ein, zwei Spekulanten, die auf diesem Wege in eine Arbeitersiedlung eindringen, zerstören deren ganzen sozialen Charakter. Anderseits haben >gerade diese wenigen Fälle der Arbeiterschaft die Gefalhren vor Augen geführt die von hier a,us das ganze Siedlungswerk bedrohen und sie vor dio Notwendigkeit gestellt, ijinen zu begegnen. W'as kann nun aber geischehen, um dieser dreifachen Gafahr zu begegnen3 1. dem Einbruch der Spekulation in die Arbeitersiedlungen, die das Sied* lungswerk von innen her zerstören könnte; 2. der Entwicklung von zwei mehr und mehr auseinanderwei?ch enden Lebensstandards, die die Arbeiterschaft im zwei Klassen aufspalten würde; 3. der Entfaltung von kleinbürgerlichen Tendenzen unter den Siedlern, weichet die Siedler aus der Arbeiterschaft herausführen müßten. Soll dieser dreifachen Gefahr begegnet werden, so muß zunächst eine Grundvoraussetzung geschaffen werden: Der Arbeiter in den Elendwohnungen und der Siedler müssen das Bewußtsein haben, daß das Siedlerhaus nicht dem einzelnen Siedler gehört, sondern der ganzen Arbeiterschaft; daß nliclit 'einzelne Arbeiter für sich persönlich ihre Wohnungsfrage lösen, sondern daß die Arbeiterschaft für ihre Mitglieder neue Lebensformen schafft »und damit auch die Wohnungsfrage löst; heute für die Hunderte, die m den. Siedlungen ihren Platz gefunden haben, morgen für die Tausende, die heute noch in der N*ot der Mietwohnungen leben. Damit abm% die ganze Arbeiterschaft das Bewußtsein haben kann, daß das SiedJungswtirk wirklich ihr gehört, darf es kein Privateigentum in den Arbeitejrsjiedlunigein geben. Di<e Au?he?bu!ng de»s Privateigentums in den Arbeitersiedlungen ist die Voraussetzung für die gesunde, ungestörte .Entwicklung des ganzen Siedlungswerkes. Die Arbeiterorganisation hat aus dieser; Erkenntnis die klare Konsequenz gezogen und auf ihrem Kongreß im Februar 1934 beschlossen, das Siedlungswerk in Zukunft nur auf der Grundlage des kooperativen Eigentums fortzuführen. Von den 10.000 Siedlerplätzen standen zu diesem Zeitpunkt 300 in privatem Eigentum; alle übrigen werden nicht mehr dem einzelnen Siedler, sondern den Siedlungsgenossenscharten gehören. Es* ist selbstverständlich, daß mit der Ueberführung der Siedlerhäuser in das Eigentum der Genossenschaften, die einzelnen Siedler in seinen Interessen und' Rechten geschützt werden mujß. Es darf nicht sein, daß ein Siedler, der seine Anleihen pünktlich abzahlt und seine Vierpfliichtungen gewissenhaft erfüllt,, um eines anderen Siedlers willen zu leiden hat, der seine Verpflichtungen: vernaenläs. gt. Die berechtigten Interessen des lec/nzelnien Siedlers sind .in den neuen Gesetzen über die Gencssenschafetn vielfach gesichert: 1. Jeder Siedlerplatz und jedes Haus ist zwar auf den Namen der Genossenschaft, aber auf einen besonderen Gruridbuchblatt eingetragen (Kuschan). Ebenso wijrd für jedes Haus ein besonderer Hypothekenverfcrag abgeschlossen., in dem ausdrücklich bestimmt ist, daß bei Verfall der Hypothek der Gläubiger nur dieses eine bestimmte Haus zum Zwangsverkauf bringen kann, nicht aber andere Häuser, der Genossenschaft. Dadurch ist der Siedler davor

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