Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Neue Wege städtischer Siedlung in Palästina
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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hätte Kirjath^Chaim niemals erbaut werden können. Dafür hat diie Arbeiterschaft, als erste;, die wüstem und versumpften .Gebiete der Hiaifa-Akka-Ebene* geschlossen und siedlu!n@qpeif gemacht. Und das ,',ZencraLamt für städtische Arbeiter-Siedlungen" hat aiieh seinerseits einen Teil der Böden, die es selbst erworben hat, an den Keren Kajemetih übertragen. Wenn aber die Arbeiterorganisation ihr Wohnibauwerk fast ohne Hilfe von außen schaffen mußte, so eröffneten sich ihr'doch die großen Möglichkeiten, die sich einer planmäßigen', zentralisierten un(d vorausschauenden; Siedlungstätigkeit in Palästina bieten und ihr eine enorme Ueberlegenheit über d'e sonst herrschende Anarchie verleihet. Diese Ueberlegenhedt zeigt sieh besonders in drei Richtungen. 1. Beim Erwerb des Siedlungsgeländes, 2. in der Verbilligung des Bauens und 3. im rganischen Aufbau der Siedlungen. Es hat sich gezeigt, daß das Zentralamt, trotz der wahnwitzigen Bodenspekulation und im Kampf gegen sie, alle die Böden erwerben konnte, die es für die Ausführung seiner Siedlungspläne brauchte, und zwar zu Preisen, die zu 50 o/o und mehr unter dem Marktwert liegen. 'Noch Wichtiger war &ßy die Baukosten selbst, den begrenzten finanziellen Möglichkeiten des Arbeiters anzupassen. Das ist in einem weitgehenden Maße erreicht worden. Im ersten Bauabschnitt in Kirjath-Chaiim, hat der Bau eines, freistellenden Einfamilienhauses, bestehend aus zwei Zimmern, Küche, Bad VV. C. und Dach zu einer Veranda, 156.— pal. Pfund gekostet und mit Nebenausgaben für Straße, Wasser- und Lichtversorjguugj Umzäumung, Planung und Bau-Aufsicht usw. 200.— pal. Pfund. Bei den heutigen Baupreisen liegen die Kosten um zirkfa 70.— pal. Pfund hoher. Und wenn der Siedler für Haus und Boden, eine Monatskarte nach Haifa, Schulgeld und Steuern, sowie für eine Lebensversicherung auf 100.— pal.' Pifurid lusw., feine monatliche. Zahlung von 2 bis 2x/4 pal. Pfund zu leisten hat, so zahlt er für all das zusammen weniger, wie er früher für ein schlechtes Zimmer Midbe gezahlt hat. Demgegenüber hat er aber noch das Gemüse die Früchte und die Eier, die ihm seine Gartenwirtschaft geben und mit denen;er nicht nur einen Hausbedarf decken kann, sondern aus deren Verkauf er nddil e3ne INlebentunnaihme erzielt. — Eine weitere VelrbiU'igujr% hat der Siedlungsbau noendadurch erzielen können* daß die Anleihebedingunge^ wesentlich verbessert* worden sind. Das Siedlungswerk der Arbeiterorganisation hat sich in einem derartigen Maße das Vertrauen der Banken erworben, daß es Anleihen zu Mchtelren Bedingungen erhalten kann, als sie für bürgerliche Häuser üblich; sind: bis 70o/o der Baukosten,, zu l1/2°/o Zinsen und gegen eine Rückzahlung»- frist von 20 Jahren. Dies Vertrauen ist aber auch gerechtfertigt, denn esgibt kaum eine gewissenhaftere und pünktlichere Tilgung der Anleihen, als die von Seiten der Arbeitersiedler, die, wenn es sein muß, hungern, um nur ihr Häuschen abzählen zu können. Es ist übrigens charakteristisch, daß ausländisches Kapital gerade die Beleihung von Siedlungsbauten sucht. Die Ueberlegenheit, der zentral geleiteten Sifedlungstä,tigkeit zeigt «ich schließlich im organischen, planmäßigen Aufbau der Siedlungen, der auf dreifache Weise gesichert wird: 1. durch großzügige Planung; 2..durch das System des fortlaufenden Baues;