Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1934
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 531 (sequence 11)
- Language
- German
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ohne faktische materielle Resultate zurück, hat aber viel Haß gesät und die Opposition gegen das zionistische Werk in weite Kreise der Muselmanen Indiens getragen. Die Demonstrationen gegen die Alijah Ende 1933 und die Opfer derselben haben eine Protestbewegung innerhalb .der indischen Muselmanen geweckt. Es wurden große Versammlungen veranstaltet, eine Delegation der Großen der muselmanischen Welt erschien vor dem Vizekönig, es wurde ein Memorandum zum Schutz der Forderungen der Araber des Landes bei den britischen Behörden überreicht. Außerdem wurde die Entsendung einer Delegation nach Palästina und London bescjhlossen,, die jedoch infolge der Streitigkeiten zwischen den muselmanischen Führern selbst, zwischen dem Mufti und Schaukat-Ali, nocjh nicht zustande kam. Nur ein Mitglied dieser indischen Delegation hat im Sommer das Land besucht, sicherlich um die Gegensätze zu überbrücken und die Hindernisse für die Reise der Delegation nach Londons aus dem Wege zu räumen. Eines der Länder, das die muselmanische Konferenz für die antizianistisqhe Propaganda geiwnnen wollte, war Persien. Dieser Staat ist den arabischen Führern ganz besonders wichtig, weil er dasjenige große muselmanische Land ist, das sich dem Völkerbund angeschlossen hat. Dorthin wurde ein bedeutender schiitischier Führer (Persien ist ein schiitisches Land) aus dem Irak entsendet, der für die Organisierung der muselmanischen Konferenz tätig war. In Teheran wurde ein Komitee zum Schutze der palästinensischen Araber begründet, die Entsendung einer Delegation nach Palästina beschlossen, sowie eine Kooperation mit den indischen Muselmainen. Wenn man auch in dem antizionistischen Auftreten der Repräsentanten vom Irak und Persien in Genf vor einigen Wochen nicht eine direkte Wirkung der Mufti-Propaganda in diesen Ländern sehen kann, so besteht sicherlich irgend ein Zusammenhang zwischen ihnen. Denn in dem Maße, als die muselmanischen Staaten nicht gewillt sind, ein praktisches Opfer für die Araber Palästinas zu bringen, sind sie bereit, deren Forderungen zu ihrem eigenen Vorteil auszunützen. Diese Forderungen geben Persien und dem Irak Gelegenhext, sich von der internationalen Tribüne hören zu lassen und so ihr Anrecht als Fordemde und Interessenten festzuhalten. England z. B. muß daran denken, daß Persien im Völkerbund sitzt, das in einem gewissen Moment England (im Zusammenhang mit Palästina unangenehm werden kann. Für die Araber Palästinas dienen diese Erscheinungen als Ansporn in ihrem politischen Kampf. Für diese Propaganda in den arabischen Ländern hatte die Friedensdelegation nach Arabien im Auftrage der muselmanisdhen Konferenz großen Wert besessen. An ihrer Spitze stand der Mufti und er ließ es nicht zu, daß die Delegation sich auf ihre Aufgabe beschränkt. In der letzten Zeit jentwickelte sich die Sache so, daß die Panaraber, zu denen der Mufti gehört, sehen, wie infolge der provinzialen Politik der Länder ihr Kreis immer mehr einschrumpft. Jedes arabische Land steht mehr oder weniger vor der Selbständigkeit und möchte sich mit dem ihm nächststehenden Machtfaktor (England oder Frankreich) verhalten, ohne sich in die panarabischen Fragen zu mengen. Durch diese Politik leiden die palästinensischen Panaraber am meisten: Die arabische Welt ordnet sich ein, wird selbständig, an Palästina scheint sie vergessen zu haben und es seinem Schicksal zu überlassen. Darum diente die Friedensdelegation für den Mufti als ein Mittel, um einerseits arabischen Ländern die Existenz der palästinensischen Frage in Erinnerung zu