Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1934
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 532 (sequence 12)
- Language
- German
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rufen und andererseits die Fäden, die zwischen Hedschas, Palästina und Syrien gelackert waren, zu festigen. Denn außer dem Mufti bildeten Syrer quantitativ und qualitativ den Hauptteil der Delegation, die eine Annäherung an König Ibn Saud auch für die Lösung der Stellung Palästnias zu Syrien suchte. Wenn die organisierte arabische Bewegung in diesem Jahre schwach war, so gilt dies nicht für die arabische Großmacht: die Presse. 4 Tageszeitungen hetzen und kämpfen unaufhörlich gegen Regierung und Zionismus. Gefühls-, Verstandes-, gewohnheits- und fachmäßig drückt die Presse auf die öffentliche Meinung Arabiens und auf die Regierung, um die zionistischen Pläne zu vereiteln. Die Presse ist die hauptsächlichste ständige Kämpferin gegen die jüdische Einwanderung, gegen den Verkauf von Böden an die Juden, gegen die Forderung der jüdischen Arbeit u. dgl. Mit den Mitteln aufgepulverter Propaganda hielt die Presse das arabische Publikum in Schrecken: daß der Tag sehr nahe sei, an dem die Juden die Araber zahlenmäßig übertreffen werden und dann werde ihre letzte Hoffnung, in diesem Lande zu herrschen, für immer dahin sein. Die Entwicklung des Chemikalien-Außenhandels und die Struktur der chemischen Industrie Palästinas. Von Dipl. Ing. Rudolf Seiden, Wien. Nunmehr liegen Detailziffern über die Warenein- und -ausfuhr Palästinas im Jahre 1933 vor. Die Chemikalien einfuhr war an der Gesamteinfuhr von 11,12 Mill. Pfd. mit 3,3 o/o beteiligt. Aus dieser verhältnismäßig geringen Ohemikalieneinfuhr können wir folgern, daß Palästina, das sich in einem unvergleichlichen wirtschaftlichen Aufschwung befindet, eine schon ziemlich umfangreiche chemische Industrie — wenn auch größtenteils auf Kleinbetriebe entfallend — besitzt und am besten Wege ist, sich weiterhin, wo immer es die Gegebenheiten des Landes zulassen, vom Import unabhängig zu machen. Der Wert des Chemikalienverbrauches Palästinas dürfte 1933 rund 500.000 Pfund erreicht haben; davon wurde etwa ein Drittel im Inlande selbst erzeugt. Die Ausfuhr beschränkt sich im wesentlichen auf Kalisalze vom Toten Meer, ist aber noch nicht von besonderem Umfang, da sie 1933 mit 0,14 Mill. Pfd. nur rund 10 <Vo des Wertes der Chemikalienproduktion Paläistinas erreichte (was sich! allerdings bald infolge steigender Kal!)gewinnuaig, ändern dürfte). Neben der K a 1 i-Industrie am Toten Meer ist auch die Seifen-, kosmetische, Zündholz-, Farben- und Lack-, Arzneimitte 1-Industrie und die von ätherischen O eleu im heutigen Palästina bereits so weit entwickelt, daß die Einfuhr entsprechend zurückgegangen ist, wenn nicht gar die Ausfuhr, zunächst wohl nur im Kleinen, aufgenommen worden ist. Trotzdem werden anderseits auch Erzeugnisse einzelner dieser im Inlande bereits gut entwickelten Industriezweige in ziemlich großen Mengen importiert, so Kunstdünger — ausgenommen eben nur Kalisalze — Arzneimittel — insoweit sie z. B. Teerzwischenprodukte als Ausgangsstoffe benötigen, 532