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Palästina · 1934-12-01 · Heft 12 (Dezember 1934) · p. Seite 530

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 12 (Dezember 1934)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1934
Date
1934-12-01
Page
Seite 530 (sequence 10)
Language
German
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jung-arabischen Kräfte und befähigen sie, zu versuchen, diese Ideen unter ihren Bedingungen zu verwirklichen. Dem Faschismus in italienischer Prägung geschah zwar in den arabischen Ländern, als Ländern mit muselmanischer Majorität, ein Malheur: Das italienische Regime in Tripolis ist in Mißkredit geraten. Darum hat auch Hitler jenen Teil der Verehrung, der Mussolini gebührt, erhalten. Hitler ist nicht bloß Faschist und Nazi, sondern ficht für ein geknechtetes Volk, wie es nach dem Kriege z. B. auch die Araber sind. Der in bezug auf die Hitlerverehrung unter den arabischen Organen des Landes gemäßigste „Feiestin" schrieb heuer: „Es ist richtig, daß die Araber in ihren Ländern mit Hitler und Deutschland, an dessen Spitze er steht, sympathisieren. Die besondere Persönlichkeit Hitlers und sein Kampf mit den Friedensverträgen, die auch die Araber geknebelt haben, haben dies verursacht." Das Buch von Hitler „Mein Kampf" wurde durch eine arabische Zeitung im Irak übersetzt und in Aegypten erschien ein Buch des Lobes über Hitler in arabischer Sprache. Die Nazipropaganda, die von Berlin ausgeht und durch die deutschen Konsuln im Osten gefördert wird, hat auch im Lande Zellen errichtet. Im Laufe des Jahres wurden einige Versuche zur Schaffung nazistisch-faschistischer Organisationen unternommen. Ein Teil der Mitglieder des Istaklal, welche im Laufe des Jahres auseinandergegangen waren, trat zu dieser Bewegung über. Ins Land kam der Emir Fuad Schejhabi, ein Emissär der „nationalen Liga" einer faschistischen Gruppe in Damaskus, bereiste verschiedene Orte und offenbar unter seinem Einfluß schlössen sich intelligente Jünglinge in Jaffa und Jerusalem zu einer Partei auf faschistischen Grundlagen zusammen. Diese Jünglinge haben sich einige Male im Jahre getroffen. Es ist wahrscheinlich, daß sie ihre Tätigkeit im geheimen ausüben. Es scheint, daß sie von Zeit zu Zeit anonyme Aufrufe, welche zum Boykott der Juden auffordern, veröffentlichen. Außerhalb der Reste der Istaklal-Leute und der Mitglieder der Jugendgruppen, der offiziellen und nichtoffiziellen, bilden die arabischen Scoutler, die nicht den staatlichen Schulen angehören (diese sind in der Baden-Paul- Scoutbewegung organisiert), den Kern der faschistischen Bewegung im Lande. Deren nationale Erziehung ist absolut nazi - faschistisch. Sie findet ihre Nahrung in der muselmanischen Presse im Lande (die christlichen Zeitungen sind gegen die Verbreitung des politischen Einflusses von Hitler aus Gegnerschaft gegen die imperialistischen Ziele der Deutschen im Lande). Das Mufti- Organ „Al-Jamia-Al-Islamia" macht für die Nazi Propaganda, bekämpft den jüdischen Boykott deutscher Waren und zerfließt vor Wonne über die nationalsozialistische Judenpolitik. Aber alle übertrifft das arabische Naziorgan A-dif aa (die Verteidigung) des Istaklal - Mannes Sami Serak. Dieses Organ arbeitet, als ob es die offizielle Vertretung der Nazi in Palästina wäre. Charakteristisch für die Niazi-Stimmung im Lande ist der Ausruf „Es lebe der Hitler Palästinas" während des Empfanges des Mufti in Ludd, als er von der Friedensdeputation in Arabien zurückkehrte. Von allen Programmen der muselmanischen Konferenz von Jerusalem im Dezember 1931 wurde nur das eine ausgeführt: ein Büro in Jerusalem zu schaffen, das als Propaganda-Institution in der arabisch-mu^elmanischen Welt dient. Dieses Büro, an dessen Spitze der Mufti steht, hat auf dem Gebiete der antizionistischen politischen Tätigkeit vieles getan. Die Delegation, welche in der zweiten Hälfte 1933 nach dem Irak und Indien gereist war, kehrte nach einigen Monaten

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