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Palästina · 1934-12-01 · Heft 12 (Dezember 1934) · p. Seite 529

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 12 (Dezember 1934)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1934
Date
1934-12-01
Page
Seite 529 (sequence 9)
Language
German
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die Herausgabe einer neuen Tageszeitung, wiewohl der christliche „Felestin" zu seiner Verfügung steht; um auf die Muselmanen einzuwirken, bedarf es aber einer Zeitung, deren Redakteur ein Muselmane ist. Die Konkurrenz gegen den Mufti wird sich sicherlich wenigstens in der ersten Zeit in einem starken Kampf gegen die Juden auswirken. Naschaschibi wird gewiß auch an den Juden für seine Niederlage Rache üben wollen. Die neue Partei wird ohne Zweifel von der Regierung gestürzt werden, denn sie basiert auf der (absoluten Kok Operation mit der britischen Regierung und einer der Hauptpunkte ist — die» Unterstützung des Planes des Legislative Council.*) Als Nebenströmung bei der Tätigkeit dieser nejUen Partei didnt die Organisation der arabischen Arbeiter durdh Fachri Naschaschibi in Jerusalem^ Jaffa und noch zwei, drei großen Dörfern. Niach außen erscheint diese Organisation bloß als eine gewerkschaftliche, aber im inneren Wesen ist sie bloß eine Maske für die Konzentrierung einer politischen Kraft für Nasch aschibi, der bisher keinen Weg zum Volke gefunden hat und nur begüterte Notable zu Anhängern zählt. Diese Organisation», die danach strebt, eine landesumfassende zu sein, umfaßt heute 600—800 Arbeiter und Unternehmer (!) und nützte bereits dem Naschaschibi, um vor den Behörden und der Presse als Führer der arabischen Arbeiter im Lande zu erscheinen. Die Tätigkeit der naschasehibischen Opposition wird gewiß auch den Mufti zu einer Neuorganisation drängen. Der Mufti hat eine wefite Wirkungssphäre und ihre Reste suchen im Schatten des Mufti Schutz. Sein Einfluß auf das Zentrum der arabischen Jugend, die aktive politische Körperschaft des heurigen Jahren bei den Arabern des Landes ist groß. Aber man kann nicht wissen, in welcher Form diese neue Organisation gebildet werden wird. Eines ist klar: die alte Organisationsform, die der fiktiven arabischen Exekutive mit Notablengruppen ohne politisches Programm, wird nicht mehr auferstehen. Ende 1934 sucht die arabische Bewegung nach neuen Organisationsformen. Wenn die arabische Bewegung über keine gute Organisation verfügt, so hat sie jedoch vom Zeitgeist profitiert. Nazitum und Faschismus sind über die nationale arabische Bewegung nicht spurlos lünweggesehritten, so wie sie es auch bei anderen nationalen Bewegungen nicht getan haben. In Palästina gibt es noch einen besonderen Grund dafür: Den kompromißlosen Kampf seitens der extremen arabischen Führer gegen den Zionismus und natürlicherweise auch gegen die Juden. Der Nationalsozialismus in seiner antijüdischen Grundlage wurde als Theorie seitens der Araber mit großer Genugtuung aufgenommen. Denn der Judenhaß hat sich bei einem großen Teile der gegenwärtigen arabischen Führer eingenistet und jeder Schmerz im jüdischen Volkskörper verursacht ihnen körperliche und geistige Freude. Aber im Grunde wirken die beiden parallelen Richtungen auf die junge arabische Generation als extrem-nationale Bewegungen, als Bewegungen eines grenzenlosen nationalen Egoismus und fürchterlichen Hasses gegen jeden Fremden. In den politischen Zusammenkünften des arabischen Volkes unserer Zeit begeistern Nazismus und Faschismus alle *) Anm. d. Red. Nach Abschluß des Artikels hat sich das anscheinend geändert. Nach „Davar" vom 15. November wendet sich Naschaschibi gegen den Council und verlangt ein Parlament.

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