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Palästina · 1934-12-01 · Heft 12 (Dezember 1934) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 12 (Dezember 1934)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1934
Date
1934-12-01
Page
Seite 524 (sequence 4)
Language
German
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Außenwelt zu koiizentrier en zwecks Vorbereitung seines Angriffes in der Zukunft. Doch jeder Schritt außerhalb der Grenzen des Landes verwickelt die Lage. Der Mufti ist nicht bloß ein Produkt der Erziehung des britischen Regimes allein, Er ist indirekt awch von der haschimitischen Familie großgezogen worden. Aber der Tod des König Feisal hat den Einfluß dieser Familie geschwächt und ihrer Hand die Leitung entwunden, die sie in der panarabischen Bewegung gehabt hatte, König Gazi ist noch jung, ein Geführter aber noch kein Führer. Der älteste der Brüder, der gewesene König von Hedschas, Emir Ali, hat weder Thron noch L&nd und besitzt off enbar kein politisches Führertalent. Und der Emir Abdallah in Transjordanien stößt immer mehr mit dem Mufti wegen der Nachbarschaft und der Interessenkollision zusammen. Der Mufti hat sich in der muselmanischen Gemeinde im Lande starken Einfluß erworben, es fehlt ihm bloß der Fürstentitel, um Kandidat für das palästinensische Fürstentum zu werden,. Aber in dem Maße, als die Muselmanen im Lande in religiösen Dingen Autonomie besitzen, ia Erziehungs-Institutionen, der Rechtsprechung und den religiösen Fonds, ist den Mufti der ungekrönte Fürst dieser Autonomie. Andererseits sitzt Emir Abdallah als gekrönter Fürst im Ostjordanland, dem armen und unentwickelten Land und sehnt sich nach der Herrschaft auch über das reiche Westjordanland. Aber der Mufti läßt des Emirs Einfluß nicht nur nicht über das Westjordanland erweitern, sondern beeinflußt auch die Angelegenheiten des Ostjordanlandes: Der Mufti unterstützt dort die oppositionelle Partei gegen den Emir und man sagt auch, daß er sie in gewissem Maße materiell erhält. Und während dler Emir sieht, daß der Mufti keine Kraft besitzt, in seinem Herrschaftsgebiete das Einströmen großer jüdischer Kapitalien zu verhindern, das das Westjordanland bereichert, nützt der Mufti die Gegnersejhiaft der Engländer gegen das Einströmen der Juden nach Transjordanien aus und dank seinem Einfluß vereitelt der Mufti die Pläne des Emirs und der Stamimiäuptiinge, die den jüdischen Segen auch ins Ostjordanland hinüberleiten wollen. Nicht einmal haben der Emir, seine Getreuen und sein Blatt (AI Ordon-Jordan) dem Mufti den schweren Vorwurf entgegengehalten: „Entferne den Balken aus Deinen Augen; wenn Du ein Held im Kampf gegen den Zionismus bist, so zeige Deine Kraft vor allem in Deinem eigenen Herrschaftsgebiete/' Und wenn auch der Mufti Angst hat, öffentlich, gegen den Emir aufzutreten, um sich nicht den Irak zu sperren, in welchem ein Hascjhami herrseht — auch die Rücksieht auf England zwingen den Mufti, den Emir vorsichtig zu behandeln — so besteht zwischen beiden ein unaufhörlicher Krieg. Dazu kam heuer der Kampf zwischen Ibn Saud und dem Imam Jachja, der den Abgrund zwischen Mufti und Emir vertiefte. Denn Abdallah galt unter den Söjhnen Hussens von jeher (noch aus der Vorkriegszeit) als der größte Widersacher von Ibn Saud. Im Laufe der Jahre ist der Haß nicht kleiner, sondern größer geworden. Abdallah wartet auf jede Gelegenheit, um seinen Gegner zu treffen. Darum brachte der Kriegsausbruch zwischen Ibn Saud und dem Imam Jachja aus Yemen eine Neubelebung der geheimen Hoffnungen des Emirs. Seine Agenten haben das Feuer nach Möglichkeit geschürt. Aber der Mufti fand in diesem Krieg Gelegenheit, die panislamitische und paniarjabische Bühne zu betreten und als Friedensengel zu erscheinen. Seine Tätigkeit stand im vollen Gegensatz zu der des Emir. Nicht genug daran: Die Friedensdelegation bestand aus dem Mufti und hauptsächlich aus Syrern. Sie saß größtenteils im Hedschas als Gast von Ibn

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