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Palästina · 1934-11-01 · Heft 11 (November 1934) · p. Seite 481

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 11 (November 1934)
Article
Verkehr. Von Dr. Ing. Hans Jacobowitz, Tel-Aviv.
Date
1934-11-01
Page
Seite 481 (sequence 3)
Language
German
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Bahn aus dem Frachtverkehr von 61,530/0 der Gesamteinnahmen im Jahre 1931/32 auf 64,9o/0 im Jahre 1932/33. Die jüdische Bevölkerung begünstigt aber immer mehr 3en Kraftwagen. Dies geschieht vor allem aus politischen Erwägungen. Die Bahn gehört der Regierung, und es befindet sich in ihrem Personal nur ein geringer Prozentsatz jüdischer Angestellter u^ad Arbeiter (12,58 o/o /der Angestellten und Arbeiter im Jahre 1932/33 waren jüdisch), als dies dem Bevölkerungsanteil (22o/o) entspricht. So ist das öffentliche Kraftfahrwesen überaus entwickelt und auch, beliebt. Autobuslinien mit modernen, bequemen Wagen, deren Karosserien in jüdischen Werkstätten im Lande hergestellt werden, verkehren zwischen den wichtigsten Punkten des Landes; die Fahrpreise konkurrieren mit den Bahnpreiseni der drittem Klasse. Auf der Hauptstrecke Jerusalem—Tel-Aviv, bei der die Bahnfahrt infolge veralteter Linienführung fast drei Stunden Fahrzeit benötigt, kann im Autobus der jüdischen Korporativ-Oesellschaften diese Fahrt in l1/2 Stunden zurückgelegt werden. In den Städten selbst und auch nach ihrer Umgebung finden sich häufig verkehrende Omnibuslinien. Trotzdem darf nicht gesagt werden, daß die Bahn oder das Motorfahrzeug, geeigneter für die Personenbeförderung in Palästina ist; die im vergangenen Jahr eröffnete kombinierte Schnellverbindung zwischen Haifa—Jerusalem teils mit Bahn, teils mit Omnibus, weist den Weg. Jedes Verkehrsmittel kann bestimmte Aufgaben besser erfüllen und stets sollte die Zweckmäßigkeit entscheiden. Im Frachtverkehr gewinnt aber die Bahn immer mehr an Bedeutung. Das Beispiel des Orangentransportes zeigt dies: Wert beförderter Zitrusfrüchte: Oktober 1932 bis April 1933 1,417.673 pal. Pfund; Oktober 1931 bis April 1932 795.589 pal. Pfund, d. h., daß in einer Zeit, in der sich die Orangenausfuhr um etwa 15o/o vermehrte, die Bahn einen Zuwachs im Orangentransport von über 85 o/o aufweisen konnte. Hier — im Lastverkehr — wird sich vor allem der große Konkurrenzkampf zwischen Bahn und Auto abspielen, bei dem die Sympathien der jüdischen Bevölkerung aus eingangs erwähnten Gründen beim Kraftwagen liegen. Wenn hierbei auch die Bahn die größeren Siegesaussichten haben wird, so ist doch! zu hoffen, daß durch die Vermehrung des Wirt Schaftsumsatzes und durch den Zubringungs»- verkehr von und zur Bahn das jüdische Kraftverlcehrswesen auf der jetzigen Höhe zumindest sich halten kann. Ein direkter Wettbewerb zwischen jüdischem und arabischem Personen- und Lastfahrzeugen gibt es kaum, da, wie in den meisten anderen Wirtschaftsgebieten, auch hier eine ziemlich strenge Trennung vorhanden ist, indem die jüdischen Betriebe jüdische Fuhrwerke beschäftigen und umgekehrt. Anschließend an obige Ausführungen schreibt uns Dr. Ing. W. Lesser, Tel-Aviv: Den Betrachtungen des Kollegen Jacöbowitz seien einige Ergänzungen über die technischen Verbesserungen und ökonomischen Maßnahmen angefügt, welche die „Palestine Railway" im letzten Jahre wohl auch im Hinblick auf die sich sehr stark bemerkbar machende Konkurrenz durch! Autobusse vorgenommen hat.

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