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Palästina · 1934-11-01 · Heft 11 (November 1934) · p. Seite 472

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 11 (November 1934)
Article
Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
Date
1934-11-01
Page
Seite 472 (sequence 24)
Language
German
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EntwicMungsmöglichkeiten spannt und dehnt sich hier aus, von den stürmischen Wellen des Krisenmeeres der Wirtschaft umspült und dennoch in ihrem zähen Aufbau nicihjt berührt. Kein Rätsel offenbart sich darin, sondern jeder objektive Beobachter wird ohne weiteres feststellen können, was die eigentliche Triebkraft dieses Aufstieges ist: Die jüdische Einwanderung als Träger produktiven Kapitals, fruchtbarer Unternehmerinitiative, als Träger von produktiver Arbeitskraft, die eis binnen eines kurzen Zeitraumes vermocht hat, eine neue Wirtschaft aus dem wüsten Boden zu stampfen und sie den mensohlrchjen Bedürfnissen nützlich zu machen. Nicht fremdes. Kapital, sondern eigenes Kapital, nicht fremde Arbeit, sondern eigene Arbeit haben ein wirtschaftliches Bollwerk des Judentums geschaffen, Wunderleistungen vollbracht, die keine Wunder sind, sondern Leistungen, verbunden mit harten physischen und psychischen Opfern. Auf der anderen Seite setzten sich zugleich mit den vorantreibenden Kräften wirtschaftshemmende durch. Es ist natürlich sehr bequem, den Herd dieser negativen Kräfte nur außerhalb des jüdischen Wirtschaftskörpers zu suchen und zu erblicken. Aber man muß gerecht seijn und bei sich selbst die großen Unzuträglichkeiten klar erkennen, die gerade die letzte Zeit offenbarte. Gewijß bedeutet die unzureichende Einwanderung das größte Hemmnis der Wirtscihaftsentfaltung, gewiß ist es sichmerzlich, wenn das amtliche Auge zugekniffen wird, wenn es sich um die illegale Einwan»- derung von vielen Tausenden fremder Arabern handelt, während auf der anderen Seite ein überaus wachsames Auge auf die jüdische Einwanderung gerichtet ist. Gewiß sind dies enorme Schwierigkeiten, die die Wirtschaftsentwicklung fühlbar beeinträchtigen. Aber sind nidhit diese Schwierigkeiten durch Vorgänge innerhalb des Jischluws selbst verschärft und vermehrt worden? Wir leben in einem Spekulationstaumel, der die gesunde: Wirts.chaftsbasis, zu untergraben droht. Ueberall wird dijese Tatsache {hervorgehoben und doch wird verschwiegen, vielleicht auch! nicht erkannt, wie groß die Gefahr sein« kann, wenn dieses „Wirts.chaftsblümlein" seine Sprossen immer mehr ausdehnt und seinen „Geruch" immer mehr verbreitet. Wie soll man z. B. die Tatsache werten, wenn Juden in Tel-Aviv in nächster Umgebung (Sarona) für einen Migrasoh (Bauplatz) 1500 pal). Pfund per Dunam bezahlen, während der Verkäufer in einer gewissen Entfernung von Tel-Aviv für diesen Betrag ein Vielfaches dieser Fläche erwirbt, schon weil er von vorneherein dessen sicher ist, daß sich ein zweiter jüdischer Käufer (oder genauer Spekulant) bereit finden wird, auch diesen Booden zu bedeutend höherem Preis zu erwerben. So fließt jüdisches Geld, das zu kalkulationsmäßig gegebenen Preisen produktiv angelegt werden könnte, in Kanäle, die meist außerhalb des jüdischen Wirtschaftssektors liegen, so werden Kapitalanlagen verhindert, so wjrd eine Ansiedlung gehemmt, so werden Preise hochgeschraubt, die weit davon entfernt sind, der Wirtsichaftsgegebenheit auch! nur annähernd zu entsprachen. Und nicht genug damit, beobachten wir, wie durch bestimmte jüdische Kreise selbst direkt und indirekt eine aUmählichle Verdrängung des jüdischen Arbeiters im Wege der Anstellung zwar billiger, aber fremder, nichtjüdischer Kraft vollzogen wird. Damit berühren wir eine klaffende Wunde im jüdischen Wirtschaftskörper. Das vergangene Jahr hat diese Wunde noch mehr aufgerissen und schmerzhafter gestaltet, und zwar nicht nur auf dem flachen Lande, sondern auch! in den Städten. Eine

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