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Palästina · 1934-11-01 · Heft 11 (November 1934) · p. Seite 471

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 11 (November 1934)
Article
Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
Date
1934-11-01
Page
Seite 471 (sequence 23)
Language
German
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Vergleicht man also die Bewegungen von Ein- und Ausfuhr, so sehen wir eine stark ansteigende Passivität der palastinensisohen Außenhandelsbilanz. Für das erste Vierteljahr 1934 ergibt sich eine Erhöhung des Paissjivsaldos im Vergleich zu der gleichen Zeit des Vorjahres um nicht weniger als (rund 86%. Die stark passivierte Handelsbilanz des Landes kann man jedoch nicht allein ziffernmäßig bewerten. Denn es kommt vor allem darauf an, welchen Charakter diese Passivität trägt. In Palästina handelt es sich' um einen beschleunigten Aufbau der Wirtschaft. Dieser Aufbauprozeß löst einen ständig steigenden Bedarf an Produktionsmitteln und Materialien aus, der die Tatsache! der Ueberschreitung des Wertes der im Tausch hierfür angeführten Produkte erklärt. Der Warenimport repräsentiert zum großen Teil nichts anderes, als dea eigentlichen Kapitalimport, der sich in Warenform vollzieht. Betrachten wir die Außenhandelsentwicklung für mehrere Jahre, so sehen wir,, daß namentlich die Einfuhrstruktur sich in Auswirkung des Wirtschaftsauflbaues gewandelt, hat. Während noch! in den ersten Nachkriegs jähren der Warenimport ganz überwiegend aus unmittelbar für den Konsum bestimmten Gütern bestand, gliederte er sich bereits in den letzten Jahrein in Richtung eines steigenden Anteils von Gütern, die dem eigentlichem Produktionsprozeß1 dienen (Maschinen, Ersatzteile, Rohstoffe, unentbejirliche Halbfabrikate). Dies ist ein natürliches Symptom des beschleunigten Aufwachsens einer Produktivierung der Wdrtschaft des Landes. Aber auf der anderen Seite beobachten wir noch immer bei einer Reihe von Verbrauchswaren, wie wir bereits oben an einer Reihe von Beispielen illustriert haben, eine steigende Einfuhrtendenz, obwohl es sieh um Waren handelt, deren Erzeugung im Inlande bereits besteht und deren Produktionsausweitung ohne besondere Schwierigkeiten vonstatten gehen kann. Bedeutet also auf der einen Seilte; die Passivität der Handelsbilanz keine ungünstige Erscheinung, sofern es die ansteigende Einfuhr von Produktionsmittel betrifft, so bedeutet auf der anderen Seite eine fortgesetzte' Passivierung der Handelsbilanz durch erhöhten Auslandsbezug von Waren, deren Bedarfsdeckung im Inlande selbst durch die einheimiscjhe Produktion erfolgen kann, selbstverständlich kein positives Entwicklungssymptom. Die Verringerung des Imports an diesen Warengattungen kann nur dadurch erzielt werden, daß einerseits die Regierung Maßnahmen trifft, die Inlandsproduktion zu schützen und daß anderseits die Inlandsproduzenten selbst eine gesteigerte Initiative entfalten zur Hebung der Organisationsgraddiageii und der Produktionsqualität im Sinne einer Anpassung an den Marktbedarf uncL an die Geschmacksrichtung. } Regional wird der Handelsverkehr Palästinas mit den einzelnen Ländern durch die Art der Import- und Exportwaren stark beeinflußt. Die sehr aufgegliederte Einfuhr kommt aus einer großen Reihe von Ländern, während der Export sich vornehmlich auf das Britische Imperium konzentriert. Allerdings bildet auch in der Einfuhr England den wichtigsten Warenlieferanten. Der Warenbezug aus England hat sich in den letzten Jahren dauernd gesteijgert, und daraus ergibt sich die natürliche Forderung nach einer Forcierung der Ausfuhr palästinensischer Produkte nach England bezw. nach Erleichterungen, die die Exportentwicklung begünstigen sollen. Und nun beobachten wir an der Jahreswende 5694/95 auf der, einen Seite Lichteffekte, deren Ausstrahlungen wir auf jedem Wirtschaftsgebiet wahrnehmen. Ein winziges Land, aber eine neue Wirtschaft mit potentiellen

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