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Palästina · 1934-11-01 · Heft 11 (November 1934) · p. Seite 466

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 11 (November 1934)
Article
Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
Date
1934-11-01
Page
Seite 466 (sequence 18)
Language
German
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liehen auch geringere Ansprüche an hochqualifizierte Arbeitskraft und an einen technisch hochstehenden Produktionsapparat stellen, als diejenigen Induss/triezweige, die Produktionsgüter herstellen. Daher auch die Schwejrgewichtsverla^ gerung der Industrieexpansion vornehmlich auf die Verbmuchsgüterindustrieni. So sehen wir denn, daß weitaus an erster Stelle die Nahrungs- und Gelnußmittelindustrien stehen, deren Erzeugung rund ein Fünftel des gesamten Bruttoproduktionswertes ausmacht. Bemerkenswert ist, daß die Produktionkquote der Baustoffindustrie sogar noch etwas höher ist, was dariauf beruht; daß dieser Zweig in immer zunehmendem Maße von der stürmischen Bautätigkeit forciert wurde, in deren Zeichen die letztem Jahrs stehen, als mit der wachsenden Einwanderung der Wohnungsbedarf schnell anstieg, dem durch eine stark vermehrte Baustoffproduktion und intensive Bautätigkeit abgeholfen werden mußte. Die fortschreitende Industrialisierung des Landes in der jetzigen Entwicklungsetappe führte zwar zu. einer ständigen Steigerung der Nachfrage nach Produktionsgütern, die Deckung dieses dauernd zunehmenden Bedarfes wurde: aber überwiegend duiich den Import getätigt. Die Produktionsgütereinfuhr (einschließlich Rohstoffe) widerspiegelt sich in ihrer Steigerung ganz eindeutig in den wesentlich gehobenen Industrieinvestitionen. Nunmehr machen sich auch Ansätze zur Hebung der einheimischen Erzeugung von Produktionsgütern in gewissen Zweigen bemerkbar. Mit der Fortentwicklung in Richtung einer bes<ahieunigten Forcierung derjenigen Industriezweige, die Produktionsmittel für den einheimischen Wirtsch'aftsapparat erzeugen, wird auch die Eirifuhrstruktur in Zukunft eine Umgestaltung erfahren. Die Kapitalbasis hat sich bedeutend ausgedehnt. Die gesamte indu&triegewerbliche Tätigkeit der Juden repräsentiert nunmehr ein Kapitalvolumen von reichlich1 6 IMili. pal. Pfund, d. h. mehr als das Doppelte als drei Jahre vorher. Etwa 95% dieses Kapitalbetrages kommen allein der Industrie zu, die restlichen 5 o/o dem Gewerbe. Während rm der Industrie im Durchschnitt je Besidiäftigten sich ein Kapitalbetrag von 348 pal. Pfund ergabt, stellt er sich; im Gewerbe auf lediglich 53 pal. Pfund. Am kapitalintensivsten sind die Elektrizitätsindustrie (2,775 pal. Pfund je Beschäftigten; 26,90/9 des gesamten die Industrie und das Gewerbe repräsentierenden Kapitals) und die Stein- und Zementindustrie (3,000 pal. Pfund je Beschäftigten; 15,1 o/o des gesamten Kapitalvolumens). Auch die chemische Industrie ist in ihren Grundzweigen kapitalintensiv im Gegensatz zu der Textil- und Bekleidungsindustrie, den Nahrungs¬ und Genußmittelindustrien sowie Leder- und HolzverarbeiUing, die überwiegend kapitalextensiv sind. Die Absorptionskraft von Industrie und Gewerbe an menschlicher Arbeitskraft hat siiph bedeutend gehoben. Ende 1933 bezogen nicht weniger als 19.595 Personen ihr Einkommen aus industriegewerblicher Tätigkeit, d. h. fast die doppelte Anzahl als im Jahre 1930. Etwa drei Viertel der obigen Gesamtanzahl der Arbeitskraft entfallen auf die eigentliche Industrie. Zieht man von der1 Gesamtziffer der Beschäftigten die eigene Arbeitskraft der Betriebsinhaber einschließlich der Hilfskraft der Familienangehörigen ab, so hat sich die entlohnte Arbeitskraft in dem herangezogenen Vergleichszeitranni sogar noch mehr als verdoppelt (von 6531 auf 13.510 Personen). Die Angestelltenziifer hat sich noch stärker gesteigert und sich fast vervierfacht (von 295 auf 1070 Personen)» ein deutliches Symptom der sich anbahnenden Entpersönlichung der Betriebs-

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