Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Article
- Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 460 (sequence 12)
- Language
- German
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Die Anzahl der in der gemischten Landwirtschaft tätigen Personen iiat eine Steigerung erfahren, in erster Linie im Nursis-Gebiet und im Emek Hajarden, wo sie sich gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Fünftel erhöhst hat. Seit Anfang 1932 bis Mitte 1934 durfte die Steigerung der Gesaimtziffer der in der gemischten Landwirtschaft beschäftigten Personen mit mindestens einem Drittel zu veranschlagen sein. Die Entfaltung diesesj Zweiges nicht nur in quantitativem, sondern auch in qualitativem Sinne auf dem Wege einer stetigen Herausbildung weiterer Tätigkeitsgebiete (Obstkultur, Ausdehnung des Gemüseanbaues, fortgesetzte Erweiterung der Mol/- kereiwirtschaft, Standardisierung ihrer Veredlungsproduktion usw.) wird die Anfnahmsfähigkeit der gemischten Landwirtschaft an Arbeitskräften noch wesentlich steigern, zumal mit der Regelung der Wasserversorgungsfrage. Pas Bewässe-rfujnjgspir ob lern, das ein Grundproblem der Fortentfaltung der gemischten Landwirtschaft darstellt, hat in seiner Lösung in der jüngsten Zeit bedeutende Fortschritte aufzuweisen. In einer Reihe »von Siedlungspunkten (so in Misra, Mischmair rlaemek, Tel Adasdhim, Kfar Ghassidim u. ai. m.) sind neue Wasserqnellen entdeckt worden. Die unternommenen intensiven Forschungen nach Wasserschätzen werden vor allem im wichtigen Nuris-Gebiet das Wasserversorgungsproblem einer schnelleren und günstigen Lösung entgegtenführen. Die Arbeiten in dieser Richtung werden zum Teil von den Eigenmitteln der Wirtsdhaften selbst getragen* zum Teil von solchen der Jewish Agency. Neben der Hebung der Wasserversorgungsmöglichkeiten durch Erschließung neuer Quellen ist in vielen Orten ein Fortschritt hinsichtlich der bestehenden Wasserversorgungsanlagen erfolgt, die eine wesentliche Verbesserung erfuhren. Die Gewährung der Anleihe der I. C. I. (35.000 pal. Pfund) wird der Lösiung der Bewässerruinigsfrage1 im ganzen Emek einen kräftigen Anstoß verleihen. Als wichtiger Tatbestand dieses Jahres verdient die Aufnahme deutscher Jugend in einer Reihe von Siedinngen hervorgehoben zu werden (so z. B. von der Kwuzah Ain Charod 60, Tel -iJqsef 40 Jugendliche u. a.). Mit einer weiterein Anzahl von Siedlungen werden Verhandlungen zwecks Aufnahme neuer Kontingente deutscher Jugend geführt. Als Gegenleistung empfängt die betreffende Siedlung für die Erhaltung eines jeden Jugendlichen seitens des Zentralbüros zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina (bei der Jewish Agency) eine Anleihe von 20 pal. Pfund je Person für Wohnung und sanitäre Einrichtungen; für Ernährung, Unterricht und Sonstiges entrichtet die obgenannte Institution je Jugendlichen im ersten Jahr 36 pal. Pfund* im darauffolgenden Jahr 30 pal. Pfund. Die aufgenommene Jugend erhält nicht nur allgemeinen Unterricht, sondern auch eine fachliche Ausbildung in land-< wirtschaftlichen und handwerklichen Berufen. Damit wird ein Kader neuer unverbrauchter Kräfte mit besonderer Fachsehulung der Landwirtschaft gesichert, ein Faktor, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. In Auswirkung der Tätigkeit der vorerwähnten Instanz zur Ansiedlung deutscher Juden werden größere Investierungen in Angriff genommen. Allein für Wohnungszwecke würde es sich um einen veranschlagten Gesamtinvestierungsaniwand in Höhe von etwa 28.000 pal. Pfund handeln; zugleich entfaltete diese Zentralstelle in Zusammenarbeit mit den anderen in Frage kommenden Institutionen eine intensive vorbereitende Tätigkeit zur Sicherstellung der Ansiedlung deutscher Juden in einer Reihe von Gebieten (Emek