Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Article
- Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 459 (sequence 11)
- Language
- German
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durch die unzureichenden Mittel und die hohe Schuldenlast diesen Wirtschaftszweig in den vorangegangenen Jahjren stark beeinträchtigt, zumal noch ungünstige natürliche Faktoren hinzukamen (Dürre, Mäuseplage etc.). Dieses Jahr hat in dieser Hinsicht merkliche Erleichterungen gebracht. Die diesjährigen günstigen klimatischen Bedingungen haben das Ernteergebnis befriedigend gestaltet. Ebenso waren die Verkaufserlöse zufriedenstellend, der Absatz vollzog sich unter günstigen Bedingungen, wenn man von Getreide absieht, bei dem das Geschäft im Zeichen einer gewissen Zurückhaltung stand, vor allem wegen des noch nicht übersehbaren Verhaltens der Regierung in der Schutzzollfrage. Das Ziel der weiteren Kräftigung und Hebung der Produktionsgrundlagen gerade der gemischten Landwirtschaft kann jedoch auf die Dauer in doppelter Weise verfolgt werden: Einmal von außen her, d. h. durch eine Handels- und Zollpolitik der Regierung, die dahin wirkt, die Produktion dieses Zweiges gegen die zerstörenden Einfisuse eines Dumping - Imports zu schützen. Zweitens durch innerbetriebliche Maßnahmen der Produzenten selbst im Sinne einer stetigen qualitativen Verbesserung der Erzeugungs- und Organisationsgrundlagen, was sich seinerseits letzten Endes sowohl in einer Hebung der Rentabilitätsbasis als auch in einer Produktionsverbilligung auswirken würde. Bekannt ist, wie stark z. B. die Milchwirtschaft und ihre Veredlungsproduktion unter der Preisunterbietung des Auslandes zu leiden hat und wie gering andererseits der Anteil der Eigenerzeugung an der Bedarfsdeckung des Binnenmarktes ist. Die Quote der inländischen Butterproduktion an der einheimischen Versorg gung bewegt sich lediglich in Grenzen von wenigen Prozenten. Die eingeführte Butter untergräbt eine rationelle Kalkulationsbasis und schneidet damit die Möglichkeit ab, die Butterproduktion im Inlande selbst zu forcieren. Für das Jahr 1934 wird daher auch mit einer wesentlich! geringeren Buttererzeugung als im Vorjahr gerechnet, obwohl der Butterkonsum beträx&tlich angewachsen ist, wie dies ohne weiteres aus den Einfuhrziffern hervorgeht. Nach stichhaltigen Schätzungen auf Grund der bisherigen Butterproduktion wird die diesjährige Erzeugung an Butter der Tnuva nur 95 bis 100 Tonnen betragen* während sie sich ein Jahr vorher auf rund 116 Tonnen stellte. Auch die einheimische Eierproduktion hat unter der Einfuhrkonkuirrenz schwer zu leiden. Unid das. gleiche gilt auich für eine Reihe anderer: Produkte der gemischten Landwirtschaft. Die Schaffung entsprechender Maß<- nahmen zum Schutz der einheimischen Erzeugung bedeutet nicht nur eine Aufbesserung der Handelsbilanz im Sinine einer Verschiebung des Imports auf solche Waren, die dem Landesaufbau in steigendem Maße notwendig sind, sondern zugleich auch zusätzliche Einkommensquellen, die ihrerseits sich wiederum im gesamten Wirtschaft^verlauf günstig auswirken. Man muß konstatieren, daß in dieser Richtung das bisherige Ergebnis keineswegs günstig ist. , Erfreulich klingt hingegen die Tatsache, daß eine Reihe von Zweigen der gemischten Landwirtschaft sich marktmäßig trotz der nachteiligen Wirkungen der Dumpig-Einfuhr immer stärker durchsetzen konnte. Mit Ausnahme von Butter hat der Vertrieb von Molkereiprodukten, Erzeugnissen der Geflügelzucht, Produkten des Obst- und Gemüseanbaues beträchtlich zugenommen. Auch die Preislage war im ganzen durchaus befriedigend, teilweise sogar sehr gut.