Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Article
- Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 457 (sequence 9)
- Language
- German
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Wirtscibaftsentwicklunig nicht verwischen können. Es hängt viel davon ab, mit welcher Energie und mit welcher Zähigkeit dieser Weg weiter verfolgt wird. Vor allem kommt es darauf an, das Rückgra,t der Volkswirtschaft, das Kolonisationswerk, zu stärken. Die Bezeichnung der Agrarwirtschaft als Basis) der Wirtschaftspyramide besteht noch gegenwärtig ganz und gar zu Recht,' wenn auch, die; Umschichtungen im Wirtschaftskörper neue Wirtschaftstätigkeiten und neue Einkommenszweige entstehen ließen. Im Gegenteil, die Entstehung einer differenzierten und vervielfältigteren Wirtschaftstätigkeit bedeutet in ihrer Endwirkung eine zusätzliche Festigung der Grundlagen der Agrarwirtscjhaft. Auf dem Gebiete der Landwirtschaft ist kolonisatorisch im abgelaufenen Jahr zwar nichts Monumentales errichtet, dafür aber intensivste zähe Kleinarbeit geleistet worden. Schritt für Schritt wurden Hindernisse der Vorjahre ans dem Wege geräumt, langjährige Verhandlungen meist zum Abschluß gebracht und so das jüdische Siedlungswerk weiter untermauert. An neuem Boden wurde wenig gewonnen. Statt dessen ist im Gesamtergebnis eine Großleüstung hinsichtlich der Klärung vieler aus der vorangegangenen Zeit stammenden ungelöster Bodenfragen erzielt worden. Damit wurde dier Kolonisation-sspielraum erweitert, die Möglichkeiten der Errichtung neuer Siedlungspunkte in die Nähe der Wirklichkeit gerückt. Greifen wir nachstehend die wichtigsten Grunddaten heraus, um die Eiinzelleistungen des Erzielten zu illustrieren und sie in ihrem Ausmaß sumaris:ch bewerten zu können. Im Vordergrund des Kolonisationsproblems der neuesten Zeit stand die Ansiedlung in Emek Chefer (Wadi el Chawareth). Nunnmehr konnte auf bisher strittigem Boden auch die neue Siedlungsarbeit in Angriff genommen werden. Es realisierte sich die volle Ansiedlung von einigen wichtigen Punkten (Kfar Chaim, Kwuzath Mischmar, Kibuz Gimmel Arzi). Eine Erweiterung des Bodenanbaues erfolgte, so von Kfar Ohaim rund 250 Dunam, von Kfar Wittkin rund 500 Dunam, Irgun Chedera Intensivi etwa 300 Dunam, von sämtlichen Kibuzim in diesem Gebiet rund 250 Dunam, alles Zitruspflanzungen. Die Kolonisation entfaltete sich dort trotz aller Schwierigkeiten und ungeachtet des Mangels an Mitteln in schleunigem Tempo. Unter großen Opfern haben die Ansiedler selbst beträchtliche Beträge zum Aufbau ihrer Wirtschaft aufgebracht. Großzügige Hilfeleistung wurde ijhnen seitens der „Nir" zuteil, die Anleihen sowohl für Pflanzungen als aucjh für Wohnungsbauten gewährte. Im Emek Hajarden (Jordantal) ist nunmejhr ebenfalls die Regelung nach jahrelang hinausgezogenen Bodenverhandlungen erfolgt. Es handelt s,ieh um eine Fläche von über 5.000 Dunam, die sich einschließlich des freien Bodens, der bereits seit längerer Zeit im Besiitz des Kiefen Rajemeth i&fy, auf etwa 10.000 Dunam erhöht, Dja der Boden noch nicht parzelliert ist,: wird die Durchführung der Ansiedlung noch eine gewisse Zeit beanspruchen. Die hinzugekommene zusätzliche Fläche wird sowohl zur Erweiterung .der bestehenden Siedlungspunkte, als auch zur Errichtung neuer Kolonisations^ stellen dienen. Jede Siedlungseinheit soll 25 bis 30 Dunam umfassen. Auf diese Weise kann man dort, unter Abzug des für Kolonisationszwecke ungeeigneten Bodens, etwa 300 Familien ansiedeln. Endlich «ist auch der Erwerb der Flächen von Delamia (etwa 8000 Dunam) vollzogen worden und ein Teil hiervon (etwa 3000 Dunam) wird für die