Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Ergebnisse und Tendenzen
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 419 (sequence 4)
- Language
- German
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Wirtschaftszweig zu widmen gedenken. Ebenfalls günstig wird über Melonen*- Bananen, Pistazien, Datteln berichtet. Ein besonderes Kapitel stellt die alt!- ehrwürdige Olivenproduktion dar; hier wird zwar die Ernte das Vorjahr übertreffen; andernfalls herrscht im ganzen Mittelmeergebiet heutzutage eine derartige Ueberproduktion, daß die Weltmarktpreise für Olivenöl außerordentlich gedrückt sind (3Ü25 franz. Eres, pro 100 kg eif Riviera-Häfen). Erinnern wir uns daran, daß vor rund einem halben Jahrhundert überhaupt die erste Orangerie Palästinas angelegt wurde, so ist die Fsagö berechtigt: Könnten nicht auch heute gewisse Obstkulturen in Palästina völlig neu einr gebürgert werden? In unserem Nachbarla^de Aegypten plant man demnächst — auf Grund des Berichtes einer nach der Insel Jajva entsandten ägyptischen Studienkommission — das interessante Experiment der ersten Anpflanzung des Mangobaumes, der in allen Länjdern Südasiens der beliebteste Steinobstbaum ist. Wir sollten diesen Vorgang genau beobachten. Vielleicht empfiehlt sich ein gleiches auch in Palästina, zumal im Jordantal, dessen Klima dafür besonders passend erscheint. Wenden wir uns nun der Gemüsekultur zu, so hören wir von e,iner glänzend verlaufenen Kartoffelerntev insbesondere soweit englisches Saatgut benutzt worden war. Auch über Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Bohnen liegen uns sehr befriedigende Meldungen aus allen Landesteilen vor. Die Frage des künftigen Frühgemüse-Exportes nach Europa gewinnt mehr und mehr an Aktualität und Realität. Die Gemüsekultur als intensiver Wirtschaftszweig verlangt freilich gleich der Obstkultur eine ausreichende Kapitalinvestierung. Es müssen Brunnen gebohrt, Wasserleitungen gebaut, Pumpen und Motoren aufgestellt, Lagerräume geschaffen, hochwertiges Saatgut und Düngemittel besorgt, die Schädlingsbekämpfung organisiert werden. Der langfristige Agrarkredit, in erster Linie zugunsten solcher Landwirte, die sich der Intjensiv^-Kultur zuwenden, ist daher eine unserer dringlichsten Fragen. Vor kurzem hieß es, daß* über den Aufbau der kommenden großen Agrarkreditbank Palästinas unter der Aegide der Mandatsregierung!, schon Einverständnis erzielt sei, vor allem auch über die umfangreiche Mitwirkung jüdischer Bankinstitutionen. Leider haben sich neuerdings wieder retardierende Momente bürokratisch-legislatorischer Natur geltend gemacht, an deren Ueberwindung jedoch gegenwärtig], wie uns eine eigene Information lehrt, der Schatzmeister der Palästinaf-Regferuntf, William J. Johnson, gelegentlich seines augenbHcklichen Londomer Aufenthaltes, eifrig arbeiten soll. Es wäre erwünscht, daß die projektierte Bank baldigst damit beginnen könnte, unseren Agrarkredit, um den sich schon heut& verschiedene kleinere Bankinstitute, z. B. die jüdische „Farmers Ban(k" mit höchst anerkennenswerter Sorgfalt bemühen, weiterhin auf breitester Basis auszubauen. Die künftige Betriebsform, die die verschiedenen Zweige der intensiven Bodennutzung zusammen mit Milchwirtschaft und Geflügelzucht am produktivsten verbinden wird, ist die gemiscfit-wirtschaftliche Bauernstelle, die an genossenschaftlichen Einrichtungen ihren Rückhalt findet. Neue Siedlungspläne dieses Charakters werden heute von privaten jüdischen Gruppen a{n verschie«- Idenen Punkten unseres Landes vorbereitet oder schon ausgeführt. Genannt sei beispielshalber das in vielen Beziehungen vorbildliehe Projekt von Ramathj- Tiberias, einer Mittelstandssiedlung, die die praktische Harmonie von zen-» traler fachmännischer Leitung und von individueller Initiative der einzelnen,