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Palästina · 1934-10-01 · Heft 10 (Oktober 1934) · p. Seite 410

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 10 (Oktober 1934)
Article
Das Wohnungsbauproblem in Palästina
Date
1934-10-01
Page
Seite 410 (sequence 10)
Language
German
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1934 die Baupreise keinen sichtbaren Einfluß auf die Baubewegung ausgeübt haben. Der Einfluß der hohen Baupreise macht sich vielmehr ebenfalls in einer Steigerung der Mieten geltend, die ihren Höhepunkt allerdings bereits Anfang* 1934 erreicht haben. Seit dieser Zeit hält die Baubewegung zwar weiter an, ihr Umfang ist aber nicht stärker als im Vorjahre geworden. Ja, es kann damit gerechnet werden, daß die Bauziffern für das Jahr 1934 eine leichte Reduktion erfahren werden, falls nicht im Herbst einie neue EdnjWanderungswelle ins Land kommt, die die vorjährige übertrifft. Für die Verlangsamung des Bautempos sprechen zwei Gründe: Trotz der vorausgegangenen grjoßen Mietpreissteigerungen gibt es eine obere Grenze der Miethöhe. Diese Grenze ist zweifellos in vielen Fällen bereits überschritten, was sich in einer Zurückschraubung der Raumansprüche seitens der Mieter auswirkt. Außerdem besteht ebenso wie bei den überteuerten Bodenpreisen die Gefahr, daß das; investierte Kapital im Falle eines Rückschlages infolge der aufgeblähten Baupreise zu einem großen Teile verloren ist. Solange die Einwanderung überhaupt anhält, wird trotzdem nicht mit einem starken Abflauen der Wohnungsbau;- bewegung zu rechnen sein, da auch eine Verzinsung von 8o/o bei der Seltenheit ähnlicher Anlagemöglichkeiten in Palästina genug Attraktivkraft besitzt, um weiterhin die Bautätigkeit anzuregen. Eine Unterbrechung würde erst durch die vor allem psychologisch sehr bedeutsame Stockung der Einwanderung und die dadurch zur Auslösung kommende Vertrauenskrise eintreten. Unabhängig davon ist das Problem der Befriedigung des Bedarfs an Arbeiterwohnungen zu beurteilen. Diese Bautätigkeit wurde bisher aus anderen Quellen gespeist, als die normale private Baubewegung und wird im Hinblick auf die besonderen Bedingungen, die hier maßgebend sind, auch dann anhalten und gerechtfertigt sein, wenn die private Bautätigkeit zum Erliegen kommt. Auch hier darf wegen der Einzelheiten auf das schon genannte Memorandum der Zentralstelle für Arbeitersiedlung verwiesen werden. Es soll nur kurz wegen der Frage der Kosten betont werden, "dajß die Gestehunjgspreise für die Flächeneinheit infolge der geringeren Ansprüche an Komfort und der Vorteile des Serienbaus erheblich niedriger sind, als die vorgenannten Preise für bürgerliche Häuser. Andererseits sind die Mieter oder Bewohner der Arbeiterhäuser ajuch den bisherigen Erfahrungen ihren Zahlungsvea^flicht^mgen mit vorbildlicher Regelmäßigkeit nachgekommen, ein Gesichtspunkt, der für die Sicherheit der Investierungen nicht zu untierschätzen ist. Die anderen Argumente volksgesundheitlicher und ökonomischer Natur sind bekannt genug, um hier ausführlich gewürdigt zu werden. Wir kommen zum Schluß und möchten die Ergebnisse dieser Untersuchung, insbesondere die zu empfehlenden Maßnahmen zusammenfassen. Aus dem vorliegenden Ziffern- und Tatsachenmaterial geht hervor: 1. der Wohnbedarf der jüdischen Bevölkerung in den Städten ist bei weitem noch nicht gedeckt. Obwohl die Bautätigkeit stärker ist als jemals zuvor, kann sie mit dem Bevölkerungszuwachs durch Einwanderung und Geburtenvermehrung nicht Schritt halten. Auch wenn dip Mieten, die zurzeit in Haifa und Tel- Aviv 30—50 o/o höher sind als vor zwei Jahren, etwas sinken werden, wird das keine Lösung des Wohnungsproblems oder andererseits etwa gar eine Krijse auf dem Baumarkt bedeuten. Der Wohnbedarf, der am besten an der Wohndichte, d. h. an der durchschnittlichen Belegung eines Zimmers zu messen ist,

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