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Palästina · 1934-10-01 · Heft 10 (Oktober 1934) · p. Seite 407

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 10 (Oktober 1934)
Article
Das Wohnungsbauproblem in Palästina
Date
1934-10-01
Page
Seite 407 (sequence 7)
Language
German
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1933 für Böden in gleicher Lage 400 pal. Pfund. Im März 1933 kosteten weit 4^07 entfernt liegende Komplexe in der Nähe des arabischen Dorfes Samuil bereits 550—700 pal. Pfund pro Dunam. Im Januar 1934 wurde für Boden, der neben der Schchunath Hapoalim D liegt, ein Preis von 1000 pal. Pfund verlangt. Innerhalb der Grenzen des Stadtbauplanes von Tel-Aviv besteht heute keine. Möglichkeit, Boden billiger als zu diesem Preise, d. h. also etwa 75 Piaster für die Quadratelle zu erwerben. Wenn somit die Bodenpreise an der Peripherie eine kaum glaubliche Höhe erreicht haben, so sind sie auch in der Stadt selbst bis Anfang des Jahres 1934 auf ein ganz außergewöhnlich hohes Niveau geklettert. In den zentralen Geschäftsstraßen mögen diese Preise immerhin noch durch hohe Mieten für mehrgeschossige Bürohäuser ihre Rechtfertigung finden. Die Mieten für Ladenlokale und zentral gelegene Büros haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre tatsächlich vervielfacht und folgen hier denselben Gesetzen der Preisbildung, die Ladenmieten in der City europäischer; Großstädte bestimmen. Ganz anders verhält es sich aber mit den Mieten in Häusern, die überwiegend als Wohngebäude in Frage kommen. War frühei der Erwerb eines Grundstückes in der üblichen Preislage von 300—500 Pfund eine Transaktion, an die auch der weniger Wohlhabende denken konnte, so verbietet sich bei einem Preis von 800 bis 2000 Pfund der Bau eines Mietshauses für den, der nur über knappe Mittel verfügt, von selbst Einte einfache Berechnung des Mehraufwandes für Zinsen, die bei einem Grundstückspreis; von 500 Pfund 40 Pfund, bei einem solchen von 1500 Pfund bereits 120 Pfund ausmachen, zeigt, wie die Rentabilität des Hauses sinken muß, falls nicht die Mietpreise weit über das Normale erhöht werden. Sie zeigt ferner, weljch außerordentliches Kapitalrisiko mit einem Bau verbunden ist, der auf der Grundlage! solcher Grundstückspreise errichtet worden ist. Dabei ist hier noch, gar nicht an den Wohnbedarf der breiten unbemittelten Schichten, die in Palästina eine sehr starke Tendenz zur Errichtung von Eigenheimen zeigen, gedacht. Der Bau von Wohnungen für die unbemittelte oder gering bemittelte Bevölkerung setzt immer eine besonders günstige Beschaffung von Bauland voraus, weil die Mieter eben nur sehr niedrige Zinsraten entrichten können, d. h. also praktisch im wesentlichen nur das in ihren Wohnungen investierte Baukapital verzinsen können. Aus diesen Erwägungen heraus, ergibt sich als aktuelle Forderung zunächst die beschleunigte Sicherstellung von Baugrujnd in größerem Maßstab, da angesichts der gegenwärtigen Entwicklung zweifellos damit zu reichnen sein wird, daß -der heute noch erschwingliche Boden an der Peripherie der Städte in kurzer Zeit überteuert sein wird. Die Arbeiterorganisation hat mit ihrem zentralen Amt für Arbeiterwohnviertel (Merkas le Schchunath Owdim) in Erkenntnis dieser Sachlage seit Jahren eine vorausschauende und überaus anerkennenswerte Tätigkeit entwickelt. Nach dem Berichte des Merkas hatte diese Stelle bis Januar 1934 7000 Siedlungsparzellen erworben und 3500 davon an bestimmte Siedlerfamilien verteilt. Erbaut resp. im Bau waren davon allerdings zum gleichen Zeitpunkt erst 1500 Häuser, von denen 700 bei Haifa, 650 in und bei Tel-Aviv und 150 in Jerusalem sich befinden. Der für den Bodenerwerb und den Bau der Häuser investierte Betrag erreichte am 1. Janjuair die stattliche Summe von 500.000 Pfund, von denen 50 o/o durch Banken und private Geldgeber, 40 o/o Beiträge der Siedler und 10 o/o durch nationales Kapital beigesteuert waren. So außerordentlich bedeutsam und anerkennenswert die Initiative dieser Stelle für die Lösung des Wohnproblems, speziell der minderbemittelten Schichten,

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