Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Das Wohnungsbauproblem in Palästina
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 405 (sequence 5)
- Language
- German
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mittlerer Qualität und mittlerer Größe handelt, ohne daß besonders kostspielige Inneneinrichtungen vorgesehen sind. Ein Blick auf das Diagramm zeigt nun auch, daß die Kurve der Investierungen gegenüber der Einwanderungskurve in einem Abstand nach oben erhöht ist, der etwa diesem Betrag entspricht. Diese Mehrinvestierung erklärt sich also tatsächlich durch die Notwendigkeit, außer dem durch Einwanderung entstehenden Wohnbedarf auch dem durch interne Faktoren bewirkten Wohnbedarf Rechnung zu tragen. Dabei ist besonders bemerkenswert, daß, wie jetzt schon hervorgehoben werden soll, trotz einer Vervielfachung der Bodenpreisej und einer erheblichen Steigerung der Baupreise die Baubewegjung als Ganzes durch diese Preisveränderungen nicht aufgehalten worden ist. Daß der Wohnbedarf bei weitem noch nicht gedeckt ist, wird weiter erhärtet durch eine Berechnung der Zahl der Personen, die im Durchschnitt auf ein Zimmer kommt. Leider ist wegen der anderwärts fehlenden Unterlagen die Durchführung eines solchen Vergleiches nur in Tel-Aviv möglich. Jahr Einwohnerzahl Zahl der Baufläche Bauwert von Tel-Aviv Zimmer m2 in 1000 pal;. Pfd. 1925 34.200 15.452 236.669 1185 1926 38.000 18.560 53.962 216 1927 37.729 21.044 12.719 51 1928 38.239 21.469 23.612 105 1929 40.000 21.990 28.710 130 1930 42.000 22.978 43.692 198 1931 46.116 24.544 65.795 310 1932 52.240 28.265 128.079 610 1933 72.000 35.000 353.322 1767 Während im Jahre 1925 2,2 Personen pro Zimmer entfielen, betrug diese Zahl Ende 1933 rund 2,1, allerdings nicht, ohne inzwischen in den Jahren der Krise auf 1,8 gesunken zu sein. Es wohnen also jetzt in Tel-Aviv ianlnähernd ebenso viel Personen in einem Wohnraum, als im Jahre 1925 wählend des ersten großen Einwanderungsbooms. Die hohe Ziffer von 2,2 Personen pro Raum, die in den anderen Städten keineswegs niedriger sein dürfte, ist, ganz unabhängig von dem Anhalten der Baubewegung, der sicherste Index für den großen Wohnbedarf in den jüdischen Einwanderungszentren. Die entsprechenden Ziffern in anderen Ländern liegen wesentlich niedriger. Nehmen wir Deutschland zum Vergleich', ein Land, in welchem die freie Bautätigkeit durch eine weitgehende staatliche Regulierung des Wohnungswesens sehr gehemmt war, wo also eine große Wohndichte zu erwarten gewesen wäre, so erhalten wir Ziffern, die die exzeptioSuellen Verhältnnisse in Palästina scharf beleuchten. Von allen Wohnungen waren dort nach der Reidhswohnungszählung 1927 nur 5,6 o/o mit mehr als zwei Personen pro Zimmer belegt, 30,9 o/0 enthielten zwischen 1,0 und 2,47,8 o/o zwischen 1/2 und 1 und 15,7 o/o der Wohnungen bis 1/2 Bewohner pro Zimmer. Schon die Tatsache der hohen Wohndichte läßt den Schluß zu, daß die Bautätigkeit in Palästina für absehbare Zeit anjhalten wird, bis ein günstigeres Verhältnis des Wohnraumbestandes zum Bedarf gegeben sein wird. Hierbei stoßen wir auf die Frage, welche Rolle den teuren Land- und Baupreisen sowie den Mieten für die Gestaltung des Wohnungsmarktes zukommt. Dabei ist nun